"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt
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Dienstag, 9. Februar 2016

Beutelsbacher Wurzeln - anno 1530

Die Steinheimerin Benedicta Tabitha Haart hat am 7. Mai 1754 in Steinheim den 1732 geborenen Johann Michael Straub geheiratet. Benedicta Tabitha und Johann Michael sind meine 6-fachen Urgroßeltern. Von Johann Michael wurde aufgrund des Steinheimer Totenregisters sein Geburtsjahr errechnet: Er ist im 27. Jahr am 11. Juli 1759 an der "hitzigen Krankheit" verstorben. Mit "hitziger Krankheit" wurde damals Typhus bezeichnet. In den Tagen vor seinem Tod sind weitere Steinheimer an Typhus verstorben. Aber wo ist Johann Michael Straub geboren? Hilft das Steinheimer Kirchenbuch weiter das teilweise schwer zu lesen oder oft unleserlich ist? Den Eintrag über die Hochzeit konnte ich mit viel Mühe zum großen Teil "entziffern". Mein 6-facher Urgroßvater wurde in Geradstetten im Remstal geboren. Die Geradstettener Kirchenbücher sind noch nicht online, aber familysearch und gedbas waren überaus hilfreich. Um sechs Generationen hat sich mein Stammbaum von Steinheim über Geradstetten bis nach Beutelsbach vergrößert. Weitere Familiennamen kamen hinzu: Lederer, Knauss, Schwegler (Schwägler), Schwartz, Veimajer und Ruff.
Stefan Schwegler, 1530 geboren, ist der älteste Vorfahre in der Beutelsbacher Linie. Er ist 16 Jahre nach dem Bauernaufstand Armer Konrad geboren. Vermutlich waren seine Vorfahren auch an diesem Aufstand gegen den verschwendungssüchtigen Herzog Ulrich beteiligt, der Aufstand begann ja in Beutelsbach und Schweglers lebten in Beutelsbach bereits im 15. Jahrhundert. "Graf Ulrich V. entläßt Konrad Schwegler von Beutelsbach des Schultheißenamts und freit ihn auch von andern Ämtern" - so heißt es in einem Dokument vom 15.4.1464.
 
 
Beutelsbach anno 1685 aus dem Forstlagerbuch von Andreas Kieser
links vom Kirchturm, in den Weinbergen, sieht man die Burgruine Kappelberg
 
Die Burg Beutelsbach, oder auch Burgruine Kappelberg genannt, ist die Ruine einer Spornburg. Heute zählt die Ruine zu den historisch bedeutendsten Stätten des Landes. Vermutlich wurde die Burg im 10. bis 11. Jahrhundert von den Württembergern als erste Stammburg erbaut. Sie schützte die Kaiserstraße, eine wichtige Straßenverbindung des Mittelalters, welche über den Schurwald ins Filstal führt. Um 1080 nannten sich die Württemberger noch nach Beutelsbach bis sie die Burg Wirtemberg (zwischen Bad Cannstatt und Esslingen) übernahmen.
Vermutlich war die Burg damals schon Ruine. 1252 wurde sie erwähnt, 1312 zerstört und war 1514 Schauplatz beim Aufstand des 'Armen Konrad'.

And yes Harold, the Beutelsbacher are Your ancestors, too !
 
 


Montag, 25. Mai 2015

Bietigheim - Der "Arme Konrad" im Hornmoldhaus


Besuch der Wanderausstellung
"Der Arme Konrad vor Gericht"
im Bietigheimer Hornmoldhaus


"fotografieren nicht erlaubt"
dafür gibt es Bilder vom Hornmoldhaus


Das Hornmoldhaus ist eines der besterhaltenen Bürgerhäuser der Renaissance in Süddeutschland. Erbaut wurde das Haus durch den Bietigheimer Vogt und Stadtschreiber Sebastian Hornmold.


Besonders sehenswert sind die Innenausmalungen aus der Renaissancezeit.


Das Haus beherbergt heute das Stadtmuseum.


Hortensien im Garten des Hornmoldhauses


Montag, 4. Mai 2015

Beutelsbach - Auf den Spuren von Peter Gaiß







Der "Arme Konrad" vor Gericht - Bietigheim

Die Wanderausstellung des Landesarchivs Stuttgart in der Marbacher Volksbank ist beendet. Der "Arme Konrad" zieht weiter. Die nächste Station ist das Museum Hornmoldhaus in Bietigheim. Vom 17. Mai bis 20. September 2015 sind im Hornmoldhaus Kleidungsstücke der damaligen Bauern und Bürger – besonders dem Bundschuh, dem Symbol der aufständischen Bauern – zu sehen. Den gewaltsamen Umgang mit den Aufständischen und Friedensbrechern zeigen die damals eingesetzten Folterwerkzeuge ebenso drastisch, wie Richterstab und Richtschwert, die für die Gerichtspraxis dieser Zeit stehen.


Denkmal Peter Gaiß in Beutelsbach

Er ist ein Held und doch kennt ihn fast keiner mehr. Peter Gaiß, den alle nur den Gaißpeter nannten, ist am 2. Mai 1514 aus dem Schatten der Geschichte getreten und entfachte über Nacht einen revolutionären Flächenbrand in Württemberg. Man weiß zu wenig über Gaiß, um beurteilen zu können, ob ihn pure Not und Verzweiflung trieben, ob die Wut auf die Großkopfeten zu groß geworden war oder ob er schon immer zu aufrührerischen Reden neigte. Mutig war er jedenfalls: Peter Gaiß, ein Tagelöhner aus Beutelsbach im Remstal, der in einer einfachen Hütte gelebt haben soll, machte sich auf, Herzog Ulrich die Stirn zu bieten. 


Montag, 15. Dezember 2014

Armer Konrad

Im Laufe dieses Jahres recherchierte ich in Sindelfingen über die Familie Schaffhäuser mit ihrem "Rebellen" Hans Schaffhäuser, beteiligte mich wegen ihm, meinem 13-fachen Urgroßvater, an dem Projekt Mail-Art für den "Armen Konrad" und las den dazu passenden historischen Roman "Armer Konrad" von Jürgen Seibold.


Der "Konrad" genoss internationale Aufmerksamkeit, bei der Ausstellung der Mail-Art in Beutelsbach fand ich meinen Beitrag "Zur Erinnerung" neben dem Brief eines japanischen Künstlers wieder.


Zu Beginn des neuen Jahres macht die Wanderausstellung Der ‚Arme Konrad‘ vor Gericht. Verhöre, Sprüche und Lieder in Württemberg 1514  des Landesarchivs Baden-Württemberg Station in der Volksbank Marbach.



Samstag, 8. März 2014

Hans Schaffhäuser & der "Arme Konrad"

Über meinen 13-fach Urgoßvater Hans Schaffhäuser - Bauer, Müller und Bürgermeister in Sindelfingen - wird berichtet, dass er "Teilnehmer am Aufstand des Armen Konrad" war. Hans Schaffhäuser flüchtete zunächst in die Schweiz, wurde bei seiner Rückkehr ins Böblinger Gefängnis geworfen "und am Vermögen von 863 fl (Gulden) bestraft."

Im Jahr 1514 erhoben sich im gesamten Herzogtum Württemberg Untertanen gegen ihre rechtmäßige Herrschaft. Motor des Widerstands war der ‚Arme Konrad‘, eine zunächst im Untergrund agierende, überständisch organisierte Gruppe von  Unzufriedenen. Durch die Verbindung von bäuerlichem und städtischem Protest, seine räumliche Ausweitung und seine Bedrohlichkeit für die bestehende Herrschafts- und Gesellschaftsordnung, gehört der ‚Aufstand des Armen Konrad‘ zu den bedeutendsten Ereignissen der württembergischen Landesgeschichte.



Im Staatsarchiv Stuttgart beginnt am 20. Mai 2014 die Ausstellung Der "Arme Konrad" vor Gericht.