"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt
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Montag, 3. Oktober 2016

1677 - Lorentz Matthäus Albrecht aus Kuchen - 1734

Am Nationalfeiertag begab ich mich auf die Spuren der Familie Albrecht aus Kuchen im Filstal, Kreis Göppingen. Lorentz Matthäus Albrecht, mein 6-facher Urgroßvater mütterlicherseits ist 1677 in Kuchen geboren. Sein Vater Jacob (1624 - 1693) war Gastgeber (Wirt) in Kuchen. Mit seinem Großvater Georg (1586 - 1626) beginnt (vorerst) die Linie Albrecht. Vater und Großvater sind in Kuchen geboren und auch dort verstorben. Die Linie der Großmutter Maria Ziegler lässt sich bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts zurückverfolgen.


Wappen der Gemeinde Kuchen - der Elefant erinnert an die Grafen von Helfenstein, ein altes schwäbisches Adelsgeschlecht, die auch den Elefanten in ihrem Wappen hatten, ihre Burg Helfenstein, eine Spornburg, liegt oberhalb der Nachbargemeinde Geislingen


Jakobuskirche, erbaut um 1220
die kleine Kirchenglocke von 1538 ist noch erhalten


Eingangsportal der Jakobuskirche


Kriegerdenkmal 1914 - 1918 an der Jakobuskirche

Vier junge Soldaten aus der Familie Albrecht sind im ersten Weltkrieg gefallen.
1914 - Johannes Albrecht *1887 +7.September bei Sommaisne (Argonnenwald südlich Verdun)
1915 - Jakob Albrecht *1883 +20.Januar in Stettin (Polen)
1915 - Daniel Albrecht *1894 +12. Mai bei der Lorettohöhe (zu Beginn der 7-wöchigen Schlacht bei Lens und Arras, Nordfrankreich)
1915 - Johannes Albrecht *1883 + 12.Juli in Mühlhausen (Elsass) 


Turmuhr und Wetterhahn der Jakobuskirche


Ochsenbrunnen aus dem Jahr 1762 ...


... mit dem doppelköpfigen Ulmer Reichsadler


Elefantenbrunnen neben dem Ochsenbrunnen

Im Alter von fast 22 Jahren heiratete Lorentz Matthäus im Mai 1699 in Marbach am Neckar Margaretha, eine Tochter der wohlhabenden Metzgersfamilie Fuchs aus Marbach. In dem Buch Geschichte der Stadt Marbach ist vermerkt, dass der aus Kuchen bei Geislingen stammende Marbacher Bürger und Metzger Lorentz Matthäus Albrecht 1720, für die bereits im 17. Jahrhundert mehrfach genannte Wirtschaft Ochsen, eine Erlaubnis als Schildwirtschaft erhielt.
Auch in seiner 2. Ehe blieb er dem Metzger- und Gastwirtsgewerbe treu. Er heiratete 1734 Anna Maria, die Witwe von Samuel Hartmann, Metzger und Gastgeber "Zum Rothen Löwen" in Balingen. Wenige Monate später starb Lorentz Matthäus und 1735 ehelichte seine Witwe Anna Maria den Gerichtsverwandten und Verwaltungskastenknecht Johann Georg Hampp.





Dienstag, 17. Mai 2016

DA PACEM NOBIS DOMINE - 1704 - Gib uns Frieden Herr

Nach dem Westfälischen Frieden 1648 erholt sich die Stadt Ulm nur langsam wieder. Allerdings ist die Zeit der Erholung nicht von langer Dauer. Im Spanischen Erbfolgekrieg besetzen bayerische Truppen die Stadt. Als sie abziehen, kommen französische Einheiten als Ersatz. Der Oberbefehlshaber der Franzosen stellt den Ulmern am 10. April 1704 ein Ultimatum: Ulm soll eine Kontributionszahlung von 265.106 Gulden leisten. Nachdem der Stadtrat nach einer Woche Beratung den Franzosen mitteilt, dass man diese Summe nicht aufbringen könne, erhöhen die Franzosen die Summe auf knapp über 415.000 Gulden. Die Franzosen drohen mit schwerwiegenden Konsequenzen - und so beginnt man mit einer Sammlung in der Bevölkerung. Schmuck und Silbergeschirr werden eingeschmolzen. Da es der Stadt nicht erlaubt ist, Taler-Münzen zu prägen, entscheidet man sich dafür, Gulden-Münzen auf viereckigen Silberplättchen (Klippen) zu prägen. Die Inschriften sprechen eine deutliche Sprache:


MONETA ARGENT REI P(ublicae) ULMENSIS = Silbergeld der Reichsstadt Ulm
 in der Mitte befindet sich das Ulmer Stadtwappen in einer Kartusche

DA PACEM NOBIS DOMINE 1704 = Gib uns Frieden, Herr - 1704
 in der Mitte befindet sich der Reichsadler

Von diesem Schlag hat sich die Reichsstadt Ulm nie wieder erholt. 1770 ist Ulm sogar bankrott. Als Ulm 1802 zum Herzogtum Bayern dazugeschlagen wird, erkennt man auch in München, dass die Stadt nur noch ein großer Schuldenberg ist. Im Rahmen eines Gebietsaustausches wird Ulm deshalb 1810 an das Königreich Württemberg abgegeben.

Heute blätterte ich in der Zeitschrift 'Münzenmarkt' und mein Blick fiel auf den Artikel 'Aus purer Not geboren', abgebildet waren quadratische Notmünzen aus Straßburg aus dem Jahr 1592.
In einer Gruschtelkiste fand ich vor Jahren eine quadratische Münze mit Wappen, ich hab diese Münze aufbewahrt, weil sie diese ungewöhnliche Form hatte. - Jetzt, wo ist diese Münze? Sie war noch da, wieder in einem Gruschtelkästchen. Es ist eine dieser 'Ulmer Guldenklippen' aus dem Jahr 1704. Je nach Zustand wird diese Belagerungsmünze bei Münzhändlern zwischen 240 und 450 Euro angeboten. Eigentlich viel zu wertvoll um die Klippe wieder in das Gruschtelkästchen zurückzulegen!




Samstag, 16. April 2016

Immer vorwärts - Sytz Banzhaf aus Türkheim

IMMER VORWÄRTS - getreu dem Motto der Familie Banzhaf, machte ich mich auf die Suche nach weiteren Banzhaf-Vorfahren. Die Linie hat sich um 7 Generationen verlängert. Sytz Banzhaf, der älteste namentlich bekannte Banzhaf aus dieser Linie, ist mein 18-facher Urgroßvater aus Türkheim, einem Ortsteil von Geislingen an der Steige. Sytz Banzhaf (1380 - 1450) hat im Stammbaum die Nummer 1.381.376 und ist damit der älteste meiner Vorfahren. Außer den Geburts- und Sterbedaten ist über ihn nichts bekannt.
Etwas mehr weiß man über meinen 15-fachen Urgroßvater Lienhard Banzhaf (*1468) aus Gerstetten. Er war ums Jahr 1500 in Gerstetten ansässig, wo er einen der "Herrschaft Heidenheim" zugehörenden Meierhof betrieb. Lienhard Banzhat erscheint dann in der Türkensteuer-Liste von 1542 und war auch in der Gerstettener Steuerkommission tätig. In einem späteren Steuerbuch ist folgende Bemerkung über ihn zu finden "... vermag 40 Gulden ..." Demnach umfasste sein Anwesen ziemlich viel Grund und Boden, der übrigens im Heidenheimer Lagerbuch von 1522 zum Teil des Näheren beschrieben ist.



 Aus dem Buch "Die Banzhaf und ihr Geschlecht" - Chronikbuch aus Württemberg 1935
 


 

Dienstag, 9. Februar 2016

Ablauf einer Auswanderung & Auswanderer 1816-1820

Wenn jemand mit offizieller Erlaubnis aus dem Königreich Württemberg auswandern wollte, musste gewährleistet sein, dass sämtliche Schulden bei den Gläubigern abbezahlt waren. Deshalb musste er entweder eine gewisse Frist abwarten oder einen Bürgen stellen. Die Erlaubnis zur Auswanderung wurde in den Jahren 1816 bis 1820 im „Königlich-Württembergischen Staats- und Regierungsblatt“ veröffentlicht. Wenn die auswanderungswillige Person keinen Bürgen stellen konnte, enthielt das „Staats und Regierungsblatt“ bis zu drei Aufrufe an eventuelle Gläubiger, ihre Forderungen anzumelden. Ansonsten konnte sich der Gläubiger an den Bürgen wenden. Sämtliche staatlichen Behörden bezogen das „Staats- und Regierungsblatt“ und ließen die Ausgaben jährlich zum Buch binden. Bereits 1820 erschienen die Auswanderungsanzeigen nicht mehr im „Staats- und Regierungsblatt“ selbst, sondern in einer eigenen Beilage, dem „Intelligenzblatt“.
Mit der Genehmigung zur Auswanderung konnte der Auswanderungswillige sein Bürgerrecht in Württemberg aufgeben und das Land verlassen. Selbstverständlich gab es auch Fälle, in denen Menschen ohne Genehmigung auswanderten. Diese Personen sind in den „Staats- und Regierungsblättern“ nicht erfasst. -
(Quelle: Archiv des Hauses Württemberg im Schloss Altshausen)


 
altes württembergisches Wappen über dem Eingang von Schloss Altshausen 
 

In den Jahren 1816 und 1817 erlebte das Königreich Württemberg die erste große Auswanderungswelle des 18. Jahrhunderts. Tausende von Menschen verließen die Heimat, um in fremden Ländern ihr Auskommen zu suchen. Ganz Mitteleuropa erlebte in diesen Jahren eine schwere Wirtschaftskrise, ausgelöst durch Missernten und Fehlherbste als Folge überaus regenreicher Jahre.
Die Namen der württembergischen Auswanderer aus den Jahren 1816 bis 1820, die in den Staats- und Regierungsblättern veröffentlicht wurden, hat das Archiv Altshausen auf der Webseite veröffenlicht: Archiv Altshausen.
 
 


Donnerstag, 19. November 2015

Großbottwar - Familie Volz

Der erste in Großbottwar bekannte Volz ist Christian, er ist Mitte des 16.Jahrhunderts zugewandert, vermutlich aus Nordheim, wo er um 1530 geboren ist. Er war Weingärtner und auch Bürgermeister, von ihm sind zwei Söhne bekannt: Melchior und Johann (Hans).
Melchior, der wohl prominenteste Großbottwarer seiner Zeit, besuchte die Lateinschule seines Heimatortes, danach die Klosterschulen Anhausen, Adelberg und Bebenhausen. Sein Studium an der Universität Tübingen schloss er mit einer hervorragenden Magisterprüfung ab. Von 1587 bis 1605 war er im württembergischen Dienst tätig. Als Präzeptor an der Klosterschule Bebenhausen, als Diakon in Böblingen, als Pfarrer in Wangen bei Stuttgart und als Spezialsuperintendent in Blaubeuren.
Von seinem Herzog wurde er 1605 als Pfarrer und Senior in die konfessionell stark umkämpfte damalige Weltstadt Augsburg vorgeschlagen, er nahm die Stelle an und versah sie bis 1616. Gesundheitlich angegriffen kehrte er in den württembergischen Kirchendienst zurück und fand als Abt und Prälat an zwei Klosterschulen Verwendung, zuerst in Anhausen, dann in Maulbronn. Er wurde in den 8-köpfigen Ausschuss des Landtags gewählt. Gleichzeitig galt er als Berater des Herzogs. Er starb kurz vor Weihnachten 1625 und wurde in der Maulbronner Klosterkirche begraben. Dort steht auch heute noch sein Grabstein, der allerdings während der Gegenreformation stark beschädigt wurde und lange Zeit als verschollen galt.
Melchior war ein ausgezeichneter Prediger. Ein Teil seiner in Blaubeuren und Augsburg gehaltenen Predigten liegt auch heute noch gedruckt in der Stuttgarter Landesbibliothek vor. Seine in Augsburg 1614 gehaltenen "Sechs schöne Predigten von der Theurung" hat er unter anderem "der Stadt Grossen Bottwar im Herzothumb Württemberg, guten Freunden und Landsleuten" gewidmet. Seine Heimatstadt hatte er auch in der Ferne nicht vergessen.
In ganz Deutschland wurde er bekannt durch seine harten Predigten und Kampfschriften gegen seine konfessionellen Widersacher in Augsburg, insbesondere die Jesuiten. Die Sprache beider Parteien lässt an Bildhaftigkeit der zeitgemäßen gegenseitigen Beschimpfungen nichts zu wünschen übrig.
 
 
 
Dieses Porträt von Melchior Volz wurde vermutlich nach einem  verlorenen gegangenen Wandbild im 20. Jahrhundert gefertigt. 
 
Melchior Volz beantragte 1613 in Augsburg für sich, seinen Bruder Johann und alle Nachkommen die Verleihung eines Wappens. Das Wappen enthält eine Weintraube mit zwei Blättern , darüber einen Weingärtner mit Rebmesser und soll nach dem Wortlaut des Wappenbriefes einen "Geistlichen Weingartner in dem Weinberg deß Herrn" symbolisieren, nimmt aber auch Bezug auf den Beruf von Vater und Bruder.
 
 
 
Der 1613 ausgestellte Wappenbrief zeigt in der Mitte das Familienwappen.
 
 
Von den 12 Kindern der Eheleute Melchior Volz und Barbara Elenheinz, einer Pfarrerstochter aus Böblingen und Enkelin des Alpirsbacher Abts Balthasar Elenheinz, erreichten nur sechs das Erwachsenenalter. Drei Söhne studierten in Tübingen Theologie wie ihr Vater, zwei davon waren vorübergehend Diakone in Großbottwar. Der Jüngere, Christian, wurde später Pfarrer in Winzerhausen. Zwei Töchter Melchiors heirateten Pfarrer.
 
Sein Bruder Johann wurde 1567 in Großbottwar geboren, vermutlich besuchte er auch die Lateinschule, denn er konnte sich als Erwachsener bemerkenswert gewandt schriftlich ausdrücken. Auch erscheint der Besuch dieser Schulart eher dem Status seiner Familie zu entsprechen als jener der noch in bescheidenen Anfängen steckenden deutschen Schule. Johann wurde Weingärtner. Der Großbottwarer Vogt berief den Sohn der zur städtischen Ehrbarkeit zählenden Familie als Mitglied in "Rath und Gericht". Der "Rath" Johann Volz hat sich besonders bewährt, denn schon bald wählte ihn das Stadtgremium zu einem der beiden Bürgermeister. Er war Rechnungsbürgermeister, denn die Titelblätter etlicher städtischer Jahresabschluss-Rechnungsbücher weisen seinen Namen an jeweils erster Stelle aus. Die Schreibweisen wie "Hannß Volltz" oder "Johann Voltzen" entsprechen der damals noch ungezähmten deutschen Rechtschreibung.
 
 
Titelblätter der städtischen Rechnungsbücher von 1612 und 1638, auf denen der Bürgermeister Hannß Volltz bzw. Johann Voltzen genannt ist.
 
Den auf Initiative seines Bruders verliehenen Wappenbrief hat er angenommen und sorgfältig aufbewahrt. Sein persönliches Petschaft (ein Stempel aus aus einem harten Material, der geeignet ist, ein Siegel in eine Siegelmasse/Siegellack einzudrücken) - in Archivunterlagen mehrfach dokumentiert - zeigt den im Wappen abgebildeten Weingärtner mit dem Rebmesser in der Hand.
 
 
Wappen der Familie Volz 
 
(aus dem Buch "Großbottwar - Beiträge zur Stadtgeschichte Band II")
 
Es gibt bei der Ahnenforschung immer wieder Überraschungen, man sucht hier und da nach Informationen. Setzt man die Puzzleteile zusammen, dann weiß man plötzlich sehr viel über den Urahn, dessen Namen man vor Wochen noch gar nicht kannte und der vor 200 oder 300 Hundert Jahren oder gar 450 Jahren, als sich Katholiken und Anhänger Martin Luthers gegenseitig "beschimpften", gelebt hat.
Im Jahr 2017 jährt sich der Tag an dem Martin Luther seine 95 Thesen - Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum - an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat, zum 500. Male. Den 500. Jahrestag der Reformation hat die baden-württembergische Landesregierung zum Feiertag erklärt. 
 
 

Montag, 19. Oktober 2015

Kloster Maulbronn - Epitaph von Abt Melchior Volz

 
8. Seitenschiff der Klosterkirche Maulbronn mit dem ...

 
... Grabmal von Abt Melchior Volz

 
Epitaph (Grabinschrift) mit seinem Wappen

 
Wappen von Melchior Volz

 
lateinische Inschrift

 
Deckengemälde über dem Epitaph

 
Das Wappen von Melchior Volz enthält eine Weintraube. Vermutlich als Erinnerung an seinen Geburtsort Großbottwar im Weinbaugebiet Bottwartal.  
 

Diese Kopie aus einem Buch, das die Wappen der Äbte enthält, erhielt ich in der Info-Stelle des Klosters. Die meisten Anfragen über die früheren Klostervorsteher betreffen dort meinen Vorfahren Abt "Melchior Voltz Botmarensis". 
  
 

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Steinheim - Schaftor & Minnesänger

Kommt man aus östlicher Richtung in die Stadt Steinheim passiert man das Schaftor, das einst an der wichtigen Handelsstraße, der Salzstraße, nach Schwäbisch Hall lag. Errichtet wurde das Schaftor um 1300 unter König Adolf von Nassau und Kaiser Albrecht I. - Das Schaftor ist das einzige von einst vier Stadttoren, das heute noch erhalten ist.
 
  
linker Teil des Schaftors mit dem württembergischen Wappen und dem Wappen der Stadt Steinheim

 
rechter Teil des Stadttors, in Verlängerung ist noch ein Teil der Stadtmauer erhalten
 
 
drei übereinander liegende schwarze Hirschstangen, das Hauswappen Württembergs
 
Seit Ende des 12. Jahrhunderts führt das Hause Württemberg dieses Wappen. Als sich das Herrschaftsgebiet Württembergs nach und nach erweiterte und die Grafen zu Herzögen bzw. später zu Königen aufstiegen, wurde das württembergische Wappen um zusätzliche Felder erweitert, erstmals 1447 um die Barben (Fische) von Mömpelgard. Die als Stammwappen angesehenen Hirschstangen behielten jedoch bei allen Änderungen einen herausragenden Platz, selbst nach dem Ende der Monarchie. Im heutigen Wappen von Baden-Württemberg treten die Hirschstangen nur noch in der Schildkrone des großen Landeswappens auf, außerdem dient ein Hirsch als Schildhalter.
 

 
 
Im Haus beim Schaftor lebte einst der Minnesänger Johannes Schweikart. Er verstarb 1694, im Totenbuch wird er "Teutscher Poet und Reimemacher" genannt.
 



Mittwoch, 2. September 2015

Graubünden - Sprecher von Bernegg - Lehrhof

Mein 10-facher Urgroßvater Christian Sprecher ("der Ältere") ist um 1590 in Graubünden, Schweiz, geboren. Nach dem 30-jährigen Krieg kam er mit seiner Familie auf den Lehrhof bei Steinheim. Die genauere Herkunft ist das Prättigau, dort ist sein Sohn Christian 1636 geboren.

Eitelhans von Plieningen verkaufte 1655 den baufälligen Lehrhof an drei Schweizer aus Graubünden. Die neuen Eigentümer verkauften 1658 einen Teil des Lehrhofes an Christian Sprecher den Älteren. Die Familie muss über mehrere Generationen auf dem Lehrhof sesshaft gewesen sein, denn sein Enkel ließ sich für sein Wohnzimmer einen Ofenstein mit diesen Initialen gestalten: C.SP - 1743 mit einer Pflugschar, Symbol der Rodung. (Quelle: Beiträge zur Heimatkunde Nr.75, Steinheim, 2011 - Hans Dietl)

 
1582 - das nachgebesserte Wappen der von Sprecher


Sprecher von Bernegg, auch von Sprecher oder oftmals nur Sprecher, ist der Name eines alten schweizerischen Adelsgeschlechts. Mitglieder der Familie, deren Zweige zum Teil bis heute bestehen, waren ursprünglich Häupter und Walser des Zehngerichtebundes im Freistaat der Drei Bünde. Neben den Salis und Planta gehörten die Sprecher von Bernegg zu den einflussreichsten Familien im Veltlin und Graubünden.


Montag, 13. Juli 2015

Michael Irion - Familienwappen

 
 
 
Michael Irion, mein 5-facher Urgroßvater "von Thalheim, Tuttlinger Ober-Amth gebürtig", heiratete am 28. April 1761 die Höpfigheimerin Catharina Glunz. Michael Irion war beim Herzoglichen Gens d'Armes Regiment.
 
Die Familie Irion (auch Gürion, Jürion, Gyrion oder Cirion genannt) hatte ein Wappen. Wie aus dem Wappen hervorgeht, war es eine bäuerliche Familie, vor der Reformation waren sie katholisch. Über dem Wappenschild wacht der Heilige Gereon und segnet die Waffen und das Brot. 
 
 
 
 Am 4. März 1764 ließen "Ihrions Michael und sein Weib Catharina" ein Inventarium (Vermögensverzeichnis) erstellen.



Sonntag, 24. Mai 2015

Eutendorf - auf den Spuren von Melchior Keller

Auf den Spuren meines 11-fachen Urgroßvaters Melchior Keller, geboren um 1586 in Eutendorf. Melchior Keller war Wirt in Eutendorf. Er und seine Frau Magdalena zogen im Alter nach Aldingen zu ihrer Tochter Magdalena, die dort mit dem Wagner und Weingärtner Bartholomäus Daubenthaler verheiratet war.


Maibaum in Eutendorf


Eutendorfer Wappen am Maibaum


St. Kiliankirche - ein burgartiger spätgotischer Bau mit Inschriften die bis in das Jahr 1343 zurückreichen. Im Turm hängen 3 Glocken, die größte stammt aus dem Jahr 1511 und wurde von Glockengießer Lachamann aus Heilbronn gegossen.


Wetterhahn der St. Kiliankirche



Fenster der St. Kiliankirche


Inschrift über der Eingangstüre des Kindergartens
"Psalm 34, 12"
1838

Psalm 34,12 lautet: Wer ist, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? 

Samstag, 16. Mai 2015

Immer vorwärts - Wappen der Familie Banzhaf

Barbara Banzhaf (*1686 Söhnstetten) ist eine meiner 9-fachen Urgroßmütter väterlicherseits. Anno 1704 heiratete sie Ulrich Häussermann (*1677 Aldingen), er war Bauer in Wolfsölden und von 1724 bis zu seinem Tod 1733 Meier auf dem Steinächleshof.


Das Wappen besteht aus einem dreifach geteilten Schild. Im oberen rechten Feld in rot eine Art Krone mit drei Zacken, die mit Kugeln besetzt sind, wovon die zwei äußeren je den oberen Teil einer Hellebarde führen, die Beilschneide ist nach außen gerichtet. Im oberen linken Feld in gelb (Gold) eine mit Pfeil beschickte Armbrust. Im unteren Feld in blau ein rot gekleideter Mannesrumpf mit silbernem Doppel-Fischschwanz. Der Mannesrumpf trägt am roten Rock einen silbernen Kragen und auf dem Kopf eine Mütze, über der rechten Schulter trägt er an einem Bandelier einen Köcher mit drei Pfeilen. In der rechten und linken oberen Ecke dieses Schildteils befindet sich je ein goldener Stern. Aus dem weiß und grün bewulsteten Helm wächst das Brustbild eines rot gekleideten Armbrustschützen heraus. Über der linken Schulter trägt dieser ebenfalls einen Köcher mit drei silbernen Pfeilen, in der rechten Hand hält er eine mit Pfeil beschickte Armbrust, die linke Hand ist in die Hüfte gestemmt. Die Farben der Helmdecke sind grün und weiß (Silber) - die Farben des Ortes Gerstetten.