"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt
Posts mit dem Label Hetzelhof werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hetzelhof werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 25. März 2016

Prevorst - Kohlenbrenner & Raifmacher

Das Straßendorf Prevorst (auch Brechfirst, Brefürst, Brefirst), die Enklave des Kreises Ludwigsburg, liegt mitten in den waldreichen Löwensteiner Bergen in 482 Meter Höhe.

 
Prevorst 1686 - Forstlagerbuch Andreas Kieser
 
In Prevorst ist 1748 Veronika Schuster geboren. Sie ist die uneheliche Tochter meines 6-fachen Urgroßvaters Johann Friedrich Schuster (1720 - 1772) vom Hofgut Hetzelhof. Von ihrer Mutter ist nur der Vorname Ursula bekannt, J.F.Schuster hat die Vaterschaft anerkannt und der Führung seines Nachnamens zugestimmt. Im Alter von 26 Jahren heiratete sie den Prevorster Bäcker Johann Georg Spahr.
Das Prevorster Familienregister aus dem 18.Jahrhundert ist gut lesbar. Die Einträge der Männer erfolgten fast alle mit ihren Berufen und Tätigkeiten. Sie waren Bauern, Müller, Metzger, Bäcker (Beck), Krämer, Gastwirt, Küfer (Kiefer), Zimmermann, Wagner, Maurer, Schmied, Hafner, Weber, Schuhmacher und Schneider. Sie hatten die Ämter Waisenrichter, Amtspfleger, Rathsverwandte und Waldschütz inne. Sie waren auch Söldner, Grenadier, Schulmeister und Spiegelfabrikant.
Es finden sich aber auch Berufe die wir vom unteren Ende des Bottwartales nicht kennen: Unterförster, Holzmacher, Holzhauer, Kohlenbrenner (Köhler) und Raifmacher (Reifenmacher).
 
Aber was genau produziert der Raifmacher oder Reifenmacher in dieser waldreichen Gegend? Reifen braucht man für Fässer und Fässer haben doch Eisenreifen!?! -  Die Suche war nicht einfach, mit Holz musste der Beruf zu tun haben, denn ich las von einer Zwergaxt der Raifmacher. Die Antwort brachte das Bild des Küfers (Fassbinder, Binder, Bender oder Böttcher) bei der Arbeit in der Küferei. Vor den Eisenreifen wurden die Holzfässer also mit Holzreifen gebunden. Die Holzreifen hielten die Dauben, die Längshölzer aus denen Fässer und Bottiche gemacht wurden, zusammen.
 
 
Küferei
 
Prevorst, heute zu Oberstenfeld gehörend, ist weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Im Sommer wird das traditionelle Seifenkistenrennen veranstaltet und im Dezember findet der Christbaummarkt statt: "der Christbaummarkt Prevorst besteht aus 15 Christbaumbauern die entlang der Ortsstraße mehrere tausend Bäume anbieten. Dazwischen stehen durch den ganzen Ort verteilt ca. 30 - 40 Stände in Scheunen oder Höfen mit weihnachtlichen Artikeln sowie schmackhaftes für den Gaumen".
 
 
 
alle Jahre wieder: Christbaummarkt in Prevorst
 
 
 

 
  

Donnerstag, 25. Juni 2015

Wetzsteinstollen im Juxwald

Was ist ein Wetzstein? - Fragen Sie mal einen Jugendlichen danach.... schweigen. In meinen Kindertagen auf dem Lande ein allseits bekannter Gegenstand.
Defintion von Wikipedia: Ein Wetzstein ist ein aus mineralischen Bestandteilen zusammengesetzter flacher Stein zum Schleifen und Schärfen von Werkzeugen bzw. Klingen, insbesondere von Sensen, Sicheln oder Messern. 

Bereits im ausgehenden Mittelalter wurden im "Juxwald" bei Spiegelberg Steinschichten abgebaut, die sich zur Herstellung dieser überaus begehrten Schleifwerkzeuge eigneten.

 
anno 1920 - am Wetzsteinstollen im Juxwald
 
 
Der alte Wetzsteinstollen wurde aus dem Dornröschenschlaf erweckt, 2001 wurde mit der Freilegung des alten Stollens begonnen, der Wetzsteinstollen ist heute ein Besucherbergwerk.
Von Mai bis Oktober, jeweils am 1. und 4. Sonntag des Monats, kann der Wetzsteinstollen besichtigt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite "Wetzsteinstollen": www.wetzsteinstollen.de
 
Der Wetzsteinstollen liegt am nördlichen Hang in einem Seitental des Lautertales, das die Winterlauter durchfließt. Südlich der Winterlauter stand einst der Hetzelhof der Familie Schuster, meine Vorfahren mütterlicherseits.
 
 
 
gut gewetzt ist halb gemäht


Montag, 13. April 2015

Lautern - Frühling im Schwäbischen Wald


In Kurzach lebten die Vorfahren SPÖRLE, die aus dem benachbarten Dorf Nassach abstammen - in Sulzbach und in dem Nachbarort Bartenbach sind die PFUDERERs geboren. In Lautern, am Ende des Lautertales kurz vor Sulzbach erblickte um 1592 mein  9-facher Urgroßvater Ludwig ERLENBUSCH das Licht der Welt, seine Tochter Catharina (1624 - 1653) heiratete anno 1648 Leonhard PFUDERER (1622 - 1687), Bauer und Heiligenpfleger aus Sulzbach.  


die Felder bei Kurzach in der Abendsonne


die ersten Frühlingsblumen am Waldrand auf dem Kurzacher Sattel


Abendhimmel über Kurzach


talabwärts, entlang der Winterlauter, ist linkerhand der Knoblauchbrunnen


Gegenüber, nicht weit entfernt von diesem Brunnen, stand einst das 1849 abgegangene Hofgut Hetzelhof der Familie SCHUSTER. Elisabeth Barbara SPÖRLE (1760 - 1825) aus Kurzach heiratete den Hetzelhofbauern Johann Georg SCHUSTER (1744 - 1827). Das Ehepaar Schuster-Spörle sind meine 5-fachen Urgroßeltern mütterlicherseits. 


Lautern im Lautertal,  Geburtsort der ERLENBUSCHs


Veilchen, die ersten Frühlingsboten im Lautertal


Scheune in Lautern


Backhaus in Lautern



Dienstag, 17. Juni 2014

PL 17 II Bü 234 - Hetzelhof / Etzelhof

PL 17 II Bü 234 aus dem Gutsarchiv Schaubeck sind Schriftstücke und ein Plan anlässlich der Verpachtung des Hetzelhofes an den Waldschützen Schuster  im Jahr 1848. 
Wegen Auswanderung der damaligen Eigentümer - Johann Friedrich Müller vom Warthof und seiner 2. Ehefrau Rebekka Karoline Föll aus Kleinhöchberg - wurde der Hetzelhof an Heinrich Carl Friedrich von Kniestedt (Schloss Schaubeck, Kleinbottwar) verkauft. In erster Ehe war Johann Friedrich Müller mit Christine Magdalene Schuster verheiratet, die von ihrem Vater den Hof übernommen hatte. Ihr Vater, Altbauer Johannes Schuster führte den Hof als herrschaftlicher Pächter bis 1859 weiter, zog dann nach Allmersbach, der Hetzelhof wurde 1860 abgerissen und mit der Aufforstung der gesamten Markung begonnen.






Sonntag, 27. Oktober 2013

Waldglas - Glasmuseum Spiegelberg

Im Schwäbischen Wald, Heimat meiner Vorfahren, gab es einst Waldglashütten. Das reich bewaldete Gebiet der Löwensteiner Berge und des Mainhardter Waldes bot alles, was zum Betrieb der Waldglashütten nötig war: Holz, Quarzsand und Wasser.
Typisch für Waldglas ist die grüne Farbe, die durch das im Quarzsand enthaltene Eisenoxid zustande kommt. Obwohl die Waldgläser meist Gebrauchsgläser waren, besitzen sie eine große Formenvielfalt und reichhaltige Verzierungen.



Im Schwäbisch-Fränkischen Wald sind insgesamt 25 Hüttenstandorte nachgewiesen. Aus den meisten haben sich noch heute bestehende Ortschaften entwickelt. Die älteste urkundlich erwähnte Glashütte  ist Weihenbronn (1430), gefolgt von Altlautern (1488) und Stangenbach (1505). Die längste Bestandszeit hatte Neulautern (1530 - 1822). Als letzte Glashütte beendete Erlach 1865 die Produktion. Von besonderer Bedeutung war die Spiegelberger Manufaktur, die als einzige Spiegel herstellte. Sie wurde 1705 gegründet und bestand bis 1820.
Quelle: Glashaus Spiegelberg

Im Glasmuseum Spiegelberg kann man sich auf eine Reise in die Welt der Glas- und Spiegelmacher begeben. Produkte aus längst vergangenen Zeiten lassen erahnen, welche Glaskunst einst in unseren Wäldern gefertigt wurde. Die Ausstellung präsentiert Glas vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart.


Spiegel der Glashütte Spiegelberg aus dem 18. Jahrhundert


Im Glasmuseum blätterte ich im "Heimatbuch Spiegelberg", fand zu meiner Überraschung einen Artikel über den Hetzelhof
Aus dem Heimatbuch: 1887 wurde die Scheune abgebrochen und kam nach Kleinaspach. Die Nassacher bedauerten es, dass der Hetzelhof aufgeforstet wurde. Der Boden soll dort ertragreicher gewesen sein als der größte Teil der Nassacher Sandböden. Fast alle Wiesen waren reich mit Obstbäumen bepflanzt. Später, als der Staat schon aufforstete, waren diese ein beliebtes Ziel für die Nassacher Kinder, da sich um das Obst, das die Bäume noch trugen, sonst niemand kümmerte. Eine besondere Pflaumenart, hier Hengst genannt, wurde vom Hetzelhof hierhergebracht. Die Nassacher Männer halfen beim Schlagen und Abtransport der Obstbäume.


Mittwoch, 10. Juli 2013

Ein Sommertag im Wald - auf den Spuren der Schusters


Zu Beginn der Wanderung traf ich diese geheimnisvolle Dame. Wer diese Dame wann in den Fels geschlagen hat, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Und wie lange sie dort schon aushält, links von der Straße kurz vor dem Kurzacher Sattel, von der Bernhaldenmühle kommend, ist auch nicht bekannt.


Dieses Schild, der einzigste Hinweis auf den Hetzelhof, entdeckte ich erst am Ende meiner ersten Erkundungstour. Vielleicht finde ich heute doch noch andere Beweise für die Existenz des Schusterschen Gutshofes.


Den Saatschulweg entlang geht es in den Wald mit hohen Buchen, mit Beeren, Farnen und blühenden Waldpflanzen.


An der Saatschule traf ich vier Waldarbeiter. Wenn sich diese Herren hier nicht auskennen, wer dann? - Ich soll zurückgehen und rechts auf dem Waldweg etwa 500 Meter weitergehen, vor gut 10 Jahren hätte man dort noch Grundmauern gesehen, die inzwischen zusammengefallen und zugewachsen sind. 


Hier entlang ging es also zum Hetzelhof, hier entlang gingen also Generationen von Schusters nach Hause. Benützt wird dieser Weg wohl sehr selten, das Gras wurde immer höher und dichter, das Gelände plötzlich steil abfallend, mit Blick in die Wolfsklinge.



Zwischen Totholz, Baumstümpfen, Farn und Moos liegen große alte Sandsteine, einzelne kleine Steine sieht man zwischen dem Laub. Ob das die Reste des Hetzelhofes sind? Ich gehe einfach davon aus, dass es SO ist, es gibt ja keine Fakten die dagegen sprechen!


Der Weg zurück über die Wolfsklinge hinauf zum Fuchsbühlsträßchen war schweißtreibend, der Hetzelwald wird auch von der Zivilisation nicht verschont und der Becher am Waldesrand ließ noch mehr Durst aufkommen.


Auf der Heimfahrt noch schnell ein Umweg über den zu Kleinaspach gehörenden Weiler Einöd. Margaretha Schuster (*1798 Hetzelhof) - Enkelin von Johann Friedrich Schuster - heiratete Johannes Schöffler (*1797) aus Einöd. Die Enkelin dieses Ehepaares, Maria Magdalene Schöffler (*1864 Einöd) heiratete Ludwig Friedrich Bauer (*1849) aus Steinheim. Maria und  Ludwig sind meine Ur-Urgroßeltern.

Mein Vater würde jetzt sagen: "Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber d'Leut!"


Dienstag, 9. Juli 2013

Landesarchiv Baden-Württemberg - Hetzelhof

Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart schlummert eine Akte der Herzoglichen Rentkammer Großbottwar aus dem Jahr 1757 mit dem Titel: Versteinung und Vermessung der Hezelhofgüter und Waldungen mit einem Grundriß über sämtliche Hezelberger Waldungen / 1757 -

Inhalt der Akte A 249: 
**1757 Juni 1 / "Carl Conrad Staudenmayer von Rieckberg, verpflichter Forstamt Reichenberger Feldmesser" / o. M. / Kartengröße 65,3 x 83,5 cm, Blattgröße 67,5 x 85,7 cm / o.Or.

Begrenzung: Wolffs Klingen - Altwürttenbergische Waldung - Kurtzacker Com. Wald - Hehrles Gehrn Klingen - Nassacher Vieh Mays - Fr. Schusters Wißen - deß Hetzel Bauren Friderich Schusters Räcker - des Bauren Wißen - Schusters Dubaccs Acker - Bronnen Klengens oder deß Bauer Wißen

Pap., 2 zusammengeklebte Blätter / kol. Federzeichnung / Situationsplan des Hetzelhofes und seiner Waldungen. Forstparzellen mit Grundstücksgrenzen (z.T. in Schlangenlinie) und nummerierten Grenzsteinen, Nennung der Besitzer, der Flurnamen und Flächeninhalte / In der Mitte der Hetzelhof mit 2 perspektivisch gezeichneten Häusern, davor Garten, darüber und knapp außerhalb des Forsts ein stilisierter Brunnen / oben links Titel mit Flächenberechnungen, eingerahmt von bunter Arabeske. Unten rechts Tafel mit Name des Geometers und Datum, darüber bekrönte, farbige Arabeske, Umrandung der Karte in den Landesfarben (gelb/schwarz) / Dorsal: "Lit. E" / Karte angefertigt anlässlich der Versteinung der an Friedrich Schuster verkauften Güter, beiliegend Vermessungsprotokoll und Auszüge aus den Lagerbüchern.**


Ein Besuch im Staatsarchiv ist also unumgänglich, um zu erfahren wie und wo genau die Urahnen lebten.


Sommer im Hetzelwald


Sonntag, 7. Juli 2013

Warthof - Kleinwartshoff dem von Pölnitz


Forstlagerbuch Andreas Kieser - 1686 (Landesarchiv)

Johann Friedrich Müller, letzter Eigentümer des Hetzelhofes aus der Familie Schuster, ist 1804 auf dem Warthof geboren. Im alten Gutshof Wart hat das staatliche Forstamt Backnang eine Forstdienststelle eingerichtet. 

Die Burg Wart wurde um das Jahr 1200 als Vor- oder Wartburg in Verbindung mit den größeren Anlagen wie Löwenstein, Reichenberg oder Lichtenberg von den Badischen Markgrafen gegründet. Durch Heirat einer Badischen Prinzessin kam die kleine "Dienstmannenburg" Wart mit der kleinen, dem heiligen Laurentius geweihten Kapelle 1297 an die Grafen von Württemberg
Die Burg wurde zu Lehen gegeben, um 1435 an Konrad von Stammheim verpfändet. In dieser Zeit wurde ein Bergwerk betrieben, geschürft wurde nach Augstein (schwarzer Bernstein), Silber und Gold.

Um 1509 wurde die Burg von Ritter Eitelhans Nothaft gekauft und 1524 an Trautwein Vaihinger von Schöntal weiter veräußert. 1525 haben aufständische Bauern, denen er zuvor in Weinsberg knapp entkommen war, die Burg geplündert und in Brand gesteckt. Danach wurde die Burg nicht mehr aufgebaut. 1559 kam die Ruine und die dazugehörigen Felder und Wälder durch Schenkung an Dietrich von Plieningen, der die Burg Schaubeck bewohnte. Bei dieser Burg blieb der Besitz Warthof bis 1862/63, nachdem die damals neuen Herren etwa 1650 dem Warthof sein heutiges Aussehen gegeben haben. 
1862 kaufte der Württembergische Staat das Gut Wart auf, um aus dem damaligen Bauernhaus eine Forstdienststelle zu machen.  - (Holzinfotafel Warthof)


GUcK - Tafel 24 Warthof
Geschichts-, Umwelt- und Kulturlehrpfad Aspach




Forstkarte Nr. 123 Klein-Assbach (Klein-Aspach)


Originalbeschreibung: „Ansicht einer Ruine auf dem Warthoff. 
Mit Altersberger Höff, Aynöth, Aynöther Mühl, Hetzelhof,
Hinder Ferenbergerhoff, Weiler Steinhausen.”

Sicht von Nord nach Süd, die Kieserschen Landkarten und Ansichten 
wurden mit Blickrichtung Süden gezeichnet,

Mittwoch, 3. Juli 2013

Von den Löwensteiner Bergen bis nach Arizona

Ahnenforschung ist wie eine Schatzsuche oder wie ein Kreuzworträtsel oder wie ein Puzzle oder wie ....  ?

In den Stammbäumen des Online-Mormonenarchives verfolgte ich die Nachfahren der Schusters vom Hetzelhof und bin über den kleinen Friedhof Schaubel Cemetery in Clay County, Kansas, bei dem Künstler Claude Shawbell in Flagstaff, Arizona "gelandet."



Caroline Strodtbeck (*1860 Kleinaspach), Urenkelin meines Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvaters Johann Georg Schuster (*1744 Hetzelhof) war mit William Schaubel (1859 Goshen, Kansas) verheiratet. Schaubel...  Kansas.... Goshen....?
Vor 31 Jahren war ich auf diesem Friedhof. An einer der vielen Feldwegkreuzungen, an der Ecke der ehemaligen Heimstätte der Familie Lang, in der unendlichen Weite der Prärie, gibt es den kleinen Friedhof Schaubel Cemetery auf dem das 1883 aus Steinheim ausgewanderte Ehepaar Jacob Bauer und Katharina Barbara Albrecht begraben sind. Dort sind auch die Alexanders und die Riechers, Nachfahren deutscher Auswanderer, beerdigt, die mit den Nachfahren der Bauers verheiratet waren. 

Beerdigt wurden dort auch Gottlob Immanuel Schaubel (*1822 Marbach/N) und seine 1836 in Hessen-Kassel geborene Ehefrau Elizabeth C. Heimreich. Gottlob und Elizabeth sind die Eltern von William Schaubel. 


Gottlob Immanuel Schaubel

Claude Shawbell, Nachfahre der großen Familie Schaubel/Shawbell/Chappelle wohnt in Flagstaff, Arizona. In den 1980ern arbeitete er bei Arizona Raft Adventures, fuhr mit Schlauchbooten auf dem wilden Colorado River durch den Grand Canyon. Vielleicht saß er in einem der Schlauchboote als ich im August 1982 die Hängebrücke des Colorado Rivers überquerte ^^

Claudes Vorfahren flüchteten mit dem Waldenserpfarrer Henri Arnaud von Frankreich nach Schönenberg, ließen sich dort, in Schmie und in Dürrmenz (Mühlacker) nieder. Diese Waldenserdörfer liegen wiederum nur 50 Kilometer vor meiner Haustüre und sind einen Besuch wert, ganz besonders das Waldensermuseum Henri-Arnaud-Haus Ötisheim-Schönenberg. 

Die Suche nach den Ahnen wandelt sich mehr und mehr zur Heimatkunde!





Sonntag, 30. Juni 2013

Wo sich Fuchs und Hase "gute Nacht" sagen ...



... stand einst der Hetzelhof ...


... über Kurzach erreichte ich das Fuchsbühlsträßchen ...


... das steinerne Kanapee lud zum Kaffee-Kuchen-Picknick ein ...


... mein Ziel ist der benachbarte Warthof ...


... Sommerwiese am Wanderweg ...


... der Warthof, heute Staatliches Forstamt ...


... mit Seerosenteich ...


... und kühlem Quellwasser ...


... über die Wolfsklinge ...


... und den Prinzenstein

ging ich über die  Hohe Straße zum Ausgangspunkt zurück. Erst auf der Rückfahrt in Richtung Kurzach entdeckte ich am Saatschulweg das Hetzelhofschild. 





Hezelhof - Hetzelhof - Hetzelhoff - Hetzelberg


Forstlagerbuch Andreas Kieser - 1685 (Landesarchiv)



Vermessungskarte Hetzelhof um 1830

Ein Sonntagszufallsfund .... bei der Suche nach weiteren Vorfahren aus Einöd (Kleinaspach) fand ich den Hetzelhof. Auf Landkarten ist er nicht zu finden, egal welche Schreibweise man verwendet. Doch es gibt fast nichts, was man im www nicht finden kann, es ist wohl eine Frage der Geduld. 
Auf Andreas Kieser ist Verlass, wenn es um die Walddörfer geht. Er hat auch den Hetzelhof in seinen Forstlagerbüchern festgehalten: zwei Gebäude - Wohnhaus und Scheune - Felder, Weiden und Wald. Also gab oder gibt es ihn doch, den Hetzelhof bei Kleinaspach !!

Die kinderreiche Familie Schuster, Vorfahren mütterlicherseits, stammt vom Hetzelhof. Eva, Johannes, Georg Michael, Georg Leonard, Christina, Johann, Margarete, Agnes Marie, Johanna, Georg Adam, Margarete, Johann, Agnes Maria, die 13 Kinder der Eheleute Johann Georg Schuster (*1774 Hetzelhof) & Elisabeth Barbara Spoerle (*1760 Kurzach) sind dort geboren, wo sich Fuchs und Hase "gute Nacht" sagen.

Johann Friedrich Schuster (*1720), Vater von Johann Georg, war Pächter des Hetzelhofes. Am 8. August 1754 hat er den Hetzelhof von den damaligen Eigentümern, den Freiherren von Gaisberg und dem Herzöglichen Haus Württemberg gekauft
Der Hetzelhof bestand beim Kauf aus: 1 Haus, 1 Scheuren, 1/4 Morgen Garten, 9 Morgen Äcker, 16 Morgen Wiesen, 12 Morgen Weiden und 179 Morgen Wald. Die Feldmark des Hofes stieß am Wolfsklingenbach mit derjenigen des Warthofs zusammen. Im Norden ziehe sich seine Grenze am Sauerwiesenbach entlang zur Winterlauter

Der Hetzelhof wurde 1860 abgerissen, die Hetzelhofer Markung wurde aufgeforstet, Überreste sind nicht mehr vorhanden. Back to the roots: heute Nachmittag erkunden wir den Wald um den ehemaligen Hetzelhof.