"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt
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Samstag, 19. Mai 2018

"Gerechtigkeit und Friede liebe ich" - Fünf Jahre 'Back to the Roots'

Vor genau 5 Jahren begann ich diesen Blog, der erste Beitrag war über die Hankertsmühle im Rottal bei Mainhardt im Schwäbischen Wald. Heute schreibe ich wieder über die Hankertsmühle, es ist mein 374. Beitrag auf diesem Blog. In diesen 5 Jahren kamen weitere Informationen über die Mühle meiner Vorfahren Klenk hinzu.
Und fast auf den Tag genau fand ich in der Südwest Presse einen Zeitungsartikel über die Hankertsmühle mit dem Titel: "Ein Hort der Erholung und des Grauens".
Und auch hier stellt man wieder fest, dass früher nicht alles besser war, wie wir oftmals unüberlegt vor uns hinsagen. Im Gegenteil, es waren grausame Zeiten. Die Unterlagen in den Archiven erzählen von Mord und Totschlag, Hunger, Krankheit und Not in der Mühle. - Nach der Schlacht bei Nördlingen im September 1634 verwüsteten herumziehende Soldatentruppen das Land, auch die Hankertsmühle wurde geplündert, dem Müller Lienhardt Klenk der "Schwedische Trank" gewaltsam eingeflößt. In einem Brief ist die Rede von "ain Korn Simri Wasser", das sind 22,153 Liter Flüssigkeit, vermutlich Jauche.
Lienhardt hat diese grausame Tortur nicht lange überlebt. Ob er direkt an den Folgen oder danach an Hunger oder Pest starb, die ebenfalls grassierte, ist nicht überliefert. Gott habe ihn schließlich und "etliche" seiner Kinder von ihren Qualen erlöst, heißt es in einem Brief von Jacob Wieland, der die Mühle 1640 zusammen mit seinem Schwiegervater Jacob Dietrich gekauft hat. Lienhardts Frau und zwei Kinder haben offenbar überlebt.


Zu den wenigen Überresten der Mühle gehört eine Sandsteinsäule mit der von den Wielands stammenden Inschrift: "Gerechtigkeit und Friede liebe ich".

Nicht weit entfernt von der Hankertsmühle verlief der Limes, die Außengrenze des Römischen Reiches mit einem Kleinkastell. In den nächsten Wochen liegt mein Fokus auf der Römerzeit. Die Recherchen beginnen nächste Woche mit "Salben und Düfte der Antike" am Limestor Dalkingen. Dieses einzigartige römische Triumphalmonument am Obergermanisch-Rätischen Limes zählt zu den eindrucksvollsten Ruinen. "Salben und Düfte der Antike" gehören zum Kinderprogramm des Limesmuseum Aalen und ist für mich Vorbereitung auf meine Betreuertätigkeit beim nächsten Sommerferienprogramm in Marbach/Neckar mit dem Thema "Zeitreise". Im Schwäbischen Wald und auf der Ostalb gibt es vielerlei Spuren der Römer: Grenzzäune, Wachttürme, Kastelle und Museen mit freigelegten Grundmauern denen ich bisher keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt habe.


Wachtturm bei Geißelhardt


Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt.

- Marcus Valerius Martial, römischer Dichter - 



Mittwoch, 18. Oktober 2017

Von Hugenbeckenreute über Murr nach Buffalo

Hugenbeckenreute? Bis vor 10 Tagen noch nie gehört. Dabei war ich der Meinung, dass ich die Dörfer im  Schwäbischen Wald kenne, zumindest dem Namen nach.


Heute war ich also in Hugenbeckenreute und in Kirchenkirnberg zu dessen Pfarrei Hugenbeckenreute gehört. Unter dem großen Viadukt hindurch ging es weiter zur Laufenmühle, vorbei an rauschenden Wasserfällen, dann von der Landstraße rechts ab den schmalen Weg hinauf in den Weiler Steinbach ganz nah am Viadukt über das die Schwäbische Waldbahn fährt. Weiter ins Tal hinab nach Klaffenbach und weiter zur evangelischen Kirche nach Rudersberg. In diesem Teil des Schwäbischen Waldes scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, um so krasser war es wieder in meine dicht besiedelte Heimat zu kommen.


Pfarrhaus in Kirchenkirnberg

Zu Hugenbeckenreute: Vor 10 Tagen kam eine Message aus USA wegen Maria Magdalena Blank, geboren 1826 in Murr, die in meinem Online-Stammbaum steht, aber nicht zu meinen Vorfahren gehört. Und so machte ich mich auf die Spurensuche.


Klaffenbach anno 1686 - Forstlagerbuch Andreas Kieser

Maria Magdalena heiratete 1852 den aus Klaffenbach stammenden Zimmermann Jakob Mayle. Sein Vater Johann Georg ist 1791 in Steinbach geboren, mehr als 100 Jahre bevor dort das Viadukt über den Strümpfelbach gebaut wurde. Die Mutter von Jakob, Salome Frank, ist 1794 in 'Hugenb......' bei Kirchenkirnberg geboren. Den Geburtsort konnte ich im Familienregister nicht lesen, selbst raten blieb ohne Erfolg. Hier konnte nur der Wanderwalter (wanderwalter.de) weiterhelfen, denn dort ist jede Mühle, jeder Bach und auch jeder Weiler zu finden. Und tatsächlich fand ich auf einer Waldlichtung ein Gehöft mit dem Namen 'Hugenbeckenreute'.


Hugenbeckenreute auf einer Lichtung im Schwäbischen Wald

Im Staatsarchiv Ludwigsburg gibt es eine topographische Karte aus dem Jahr 1831 mit dem Wohnplatz 'Hugenbeckenreute', der damals aus 2 Gebäuden bestand und 1764 erstmals erwähnt wurde. Drumherum ist der Eulenwald und der Sandwald.
In der Beschreibung des Oberamts Gaildorf aus dem Jahr 1852 wird der Wohnplatz auch genannt: Hugenbeckenreute auch 'Drehershof' genannt, auf einem Hügel, ein ganz kleines vor etwa 80 Jahren angelegtes Gut, 10 Einwohner.

Huckenbeckenreute ist also in den waldreichen Bergen, wo sich, wie wir aus dem Flachland sagen: "Fuchs und Hase gute Nacht sagen." - Wie muss es dort vor 200 Jahren gewesen sein? Dichter Wald, wenig Felder, unbefestigte Straßen und die Waldbahn gab es noch nicht. Und trotzdem fand Salome, Tochter eines Bauern aus Hugenbeckenreute, in diesem dünn besiedelten Gebiet ihren Ehemann aus dem Weiler Steinbach.


Steinbach vor dem Viadukt der Schwäbischen Waldbahn


uralte Scheune in Steinbach

Man kann vermuten, dass der junge Zimmermann bei Holzfällarbeiten von Steinbach am Strümpfelbach nach Hugenbeckenreute hinauf gekommen ist. Seinen Sohn Jakob, ebenfalls Zimmermann von Beruf, zog es weiter weg nach Murr im Oberamt Marbach.
Die Handwerker gingen nach Abschluss der Lehrzeit auf Wanderschaft. "Auf der Walz" konnten die Gesellen neue Arbeitspraktiken, fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen und Lebenserfahrung sammeln. Und so mancher Handwerkergeselle hat sich "auf der Walz" verliebt. So könnte es auch bei Jakob Mayle (*1822) und Maria Magdalena Blank (*1826) gewesen sein. - Drei ihrer vier Kinder verließen den Heimatort Murr und wanderten nach Nordamerika aus. Die Nachfahren der ausgewanderten Tochter Magdalena Friederike (*1855), die wenige Wochen nach dem frühen Tod ihres Vaters geboren ist, leben heute in Buffalo.


Johanneskirche in Ruderberg
zu dessen Pfarrei auch die Einwohner von Steinbach gehörten



Mittwoch, 19. April 2017

Mir könna fei au hochdeutsch - Wendrsonn

Auch wenn meine Wurzeln bis in die Schweiz, Bayern, Norditalien, ins Frankenland oder nach Österreich gehen, die meisten Vorfahren stammen aus Württemberg. Wir sind Schwaben, denen nachgesagt wird, dass sie alles könnat, bloß kein hochdeutsch.

Die Rockgruppe Wendrsonn aus dem Schwäbischen Wald sieht und singt das anders: "Mir könna au fei hochdeutsch, doch mir wellat aber ned. Mir könna fei au hochdeutsch, doch bei uns wird schwäbisch gschwätzt. Schwäbisch isch schee, jetzt hosch dr Dreck."



Wendrsonn - Schwabenrock aus em Ländle

Montag, 26. September 2016

1625 - Hans Melchior Bauer - 1724

Ein fast unglaubliches Alter von 99 Jahren erreichte mein 9-facher Urgroßvater Hans Melchior Bauer aus Kurzach. Etwas ungläubig nahm ich das geschätzte Geburtsjahr 'um 1625' und den Todestag 8. Dezember 1724 aus einem fremden Stammbaum zur Kenntnis. Schreibfehler, Rechenfehler ....
Also suchte ich im Oberstenfelder Totenregister 1692 - 1785 nach dem Jahr MDCCXXIV. Auf Seite 22 ist eingetragen: am 8.Dez. starb Melchior Bauer, Innwohner zu Kurzach und wurde d. 10. Dez. zur Ruhe bestattet - at. 99. Jahr.
Seine Tochter Anna Catharina, meine 8-fache Urgroßmutter, verstarb 1772 in Kurzach im Alter von 80 Jahren, ihr Ehemann Hans Martin Spörle (*1657 Nassach) wurde 79 Jahre alt.

 
Kurzach anno 1686 - Forstlagerbuch Andreas Kieser
 
Der Weiler Kurzach wurde 1524 unter Kurtzhardt erstmals erwähnt, er gehört heute zur Gemeinde Spiegelberg. Ende des 17. Jahrhunderts war Andreas Kieser auch in Kurzach tätig. Möglicherweise ist er Hans Melchior Bauer begegnet, denn Fremde kamen selten in den kleinen Weiler abseits der Handelsstraßen.
Für uns am unteren Ende des Bottwartales ist Kurzach dort, wo sich Fuchs und Hase auch heute noch in den Bergen "Gute Nacht" sagen !
 
 
 


Donnerstag, 18. August 2016

Heimat - Etzlenswenden

Etzlenswenden - der Weiler am Anstieg zu den Löwensteiner Bergen ist nicht nur für Nichschwaben ein Zungenbrecher, auch mancher Schwabe hat Schwierigkeiten das Wort auf Anhieb richtig auszusprechen.
Ich kutschierte bisher ohne STOP durch den Weiler, aber das "Kelterle" wollte ich heute mal nicht links liegen lassen.


Der Fachwerkbau mit Glockenturm, Versammlungsraum und Bushaltestelle wurde 1981 anstelle der alten Kelter errichtet, die dem Straßenbau zum Opfer fiel. Woher der Ortsname Etzlenswenden stammt wird den Besuchern des 1235 gegründeten Weilers auf einer der drei Tafeln erklärt.


'Esel wende dich' - es gab vermutlich vor lauter Berge und
dichtem Wald kein Durchkommen für Esel und Reiter
 
 

Drum seid dankbar
Weib un Männdle -
glücklich in deim Herzle drenn,
daß mir hier in unserm Ländle -
so a schöne Heimat henn!
 
Diesem Reim am Etzlenswender Kelterle kann man nur zustimmen. Das Naherholungsgebiet zwischen Wald, Wiesen, Feldern, Weinbergen, Obstbäumen, Fischteichen und Schafweiden abseits der hektischen Ballungsräume Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn ist wirklich ein schönes Stück Heimat.



Samstag, 9. April 2016

Mausfanger - Langer Weber - Göckelbua

Im Mainhardter Wald lehrte zwischen 1750 und 1773 eine Räuberbande den Menschen das Fürchten. Der Bande gehörten 65 Männer an, die von Haus aus meist arme Teufel waren: Knechte, Taglöhner, Salzträger, Bürstenbinder ...
Der Gögelhof (Rutzenweiler) war der verschwiegene Stammsitz der Bande. Die Räuber überfielen Postkutschen, begingen Raubmorde an Geldboten und Metzgern, betrieben Wilderei, stahlen Rinder, Kälber und Kühe in Neuhütten, Ziegelbronn und in der Traubenmühle, aber auch andere Nahrungsmittel und Betten.

Am Ortsausgang von Mainhardt in Richtung Schwäbisch Hall sind die drei Räuber "Mausfanger, Langer Weber und der Göckelbua" als Holzskulpturen dargestellt.

 
Mausfanger - Johann Adam Eichel
Der Mäusefänger Johann Adam Eichel wohnte in Kreuzle bei Neuhütten,
1772 wurde er verhaftet und 1773 mit dem Schwert in Maienfels hingerichtet.
 


Langer Weber - Johann Georg Schoch
Der Weber und Salzträger Johann Georg Schoch vom Nüßlenshof wurde
1772 verhaftet und 1773 in Pfedelbach mit dem Schwert hingerichtet. 
 

 
Göckelbua - Johann Martin Haas
Der Knecht Johann Martin Haas vom Gögelhof wurde ebenfalls
1772 verhaftet und 1773 mit dem Schwert in Maienfels hingerichtet.
 
 Der Gögelbua in seinem Versteck am Waldesrand.
 
 
 

Samstag, 30. Januar 2016

Der schönste Tag im Leben ?!

Die Hochzeit war und ist bis heute das größte und wichtigste Erlebnis in einer Familie. Sie bildet den Höhepunkt und Abschluss einer Abfolge von früher sehr strengen Regeln, Riten und Verhandlungen die nach einer festgefügten Reihenfolge eingehalten werden mussten. Manches mutet aus heutiger Sicht sehr hart und fast unmenschlich an. - Häufig bestimmte nicht die Liebe, sondern die Herkunft und das Vermögen die Wahl des Ehepartners.



Liebesheiraten waren seltene Glücksfälle. Sehr viele junge Menschen konnten vom Heiraten, von Liebe und Glück in einer Familie nur träumen. Die einen waren zu arm einen eigenen Hausstand zu gründen, die anderen mussten auf ihr persönliches Lebensglück verzichten, weil ein Standesunterschied sie trennte. Das war noch bis weit in die 1920er Jahre so. Haben die jungen Leute 'angebändelt' oder sind 'miteinander gegangen' und sie wollten - oder was nicht selten passierte, 'mussten' heiraten, begann ein eingespieltes Prozedere - es wurde ernst.

Zuerst kamen die Eltern zum 'Einsehen'. Das diente zum gegenseitigen Kennenlernen, aber hauptsächlich um die Besitz- und Vermögensverhältnisse festzustellen. Fiel dies zufriedenstellend aus, kam es zum nächsten gesellschaftlichen Akt, dem 'Heiratstag', dem Tag der Entscheidung. - Hier wurde über die Mitgift, das Heiratsgut, die spätere Versorgung, das Offizielle, oft zäh verhandelt.

Nach einer kleinen Feier, in ärmeren Familien auch nur nach einem Vesper, war das Paar ab jetzt verlobt. Sie waren nun 'Hochzeiter' oder 'Hochzeiterin'. Nun musste eine Heiratserlaubnis von der Obrigkeit und der Kirche eingeholt werden (heute regeln gesetzliche Bestimmungen die geplante Heirat). Schließlich stand der Planung der Hochzeit nichts mehr im Wege.

Dieser Höhepunkt der Familienvereinigung war ebenfalls eingebunden in örtliche und regionale Regeln, die genau eingehalten werden mussten. - Das Fest nahm seinen Lauf .....

Brautkranz anno 1890


'Der schönste Tag im Leben?!' heißt die bis 28. Februar 2016 dauernde Ausstellung im Wüstenroter Glas- und Heimatmuseum. Das Museum ist im alten Rathaus, Hauptstraße 11. Die Öffnungszeiten sind sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung.

www.gemeinde-wustenrot.de

Donnerstag, 28. Januar 2016

Heiraten in Murr und um Murr herum

Wenn innerhalb der Großfamilie geheiratet wird, wenn also der Vetter sein Bäsle heiratet oder zwei Brüder zwei Schwestern, oder wenn sie den Vetter ihrer Mutter heiratet oder oder ..... dann wird es schwierig dies in einem Stammbaum übersichtlich darzustellen. Diese Gemeinschaftsarbeit auf DIN A2 versucht das "Wirrwarr" aufzulösen.


Stammbaum der Familie Pfuderer


Bäcker Johann Ludwig Pfuderer wird 1756/57 Wirt im Goldenen Löwen in Marbach, dem Geburtshaus von  Elisabetha Dorothea Kodweiß, sie ist die Mutter von Friedrich Schiller - die frühere Backstube ist heute das "Brezelzimmer" im Goldenen Löwen


10 Ochsenwirte in 220 Jahren


von der Hankertsmühle im Rottal bis nach Murr an der Murr




Donnerstag, 25. Juni 2015

Wetzsteinstollen im Juxwald

Was ist ein Wetzstein? - Fragen Sie mal einen Jugendlichen danach.... schweigen. In meinen Kindertagen auf dem Lande ein allseits bekannter Gegenstand.
Defintion von Wikipedia: Ein Wetzstein ist ein aus mineralischen Bestandteilen zusammengesetzter flacher Stein zum Schleifen und Schärfen von Werkzeugen bzw. Klingen, insbesondere von Sensen, Sicheln oder Messern. 

Bereits im ausgehenden Mittelalter wurden im "Juxwald" bei Spiegelberg Steinschichten abgebaut, die sich zur Herstellung dieser überaus begehrten Schleifwerkzeuge eigneten.

 
anno 1920 - am Wetzsteinstollen im Juxwald
 
 
Der alte Wetzsteinstollen wurde aus dem Dornröschenschlaf erweckt, 2001 wurde mit der Freilegung des alten Stollens begonnen, der Wetzsteinstollen ist heute ein Besucherbergwerk.
Von Mai bis Oktober, jeweils am 1. und 4. Sonntag des Monats, kann der Wetzsteinstollen besichtigt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite "Wetzsteinstollen": www.wetzsteinstollen.de
 
Der Wetzsteinstollen liegt am nördlichen Hang in einem Seitental des Lautertales, das die Winterlauter durchfließt. Südlich der Winterlauter stand einst der Hetzelhof der Familie Schuster, meine Vorfahren mütterlicherseits.
 
 
 
gut gewetzt ist halb gemäht


Dienstag, 26. Mai 2015

Hans Melchior Trautwein - 1707 auf der Flucht gestorben

Hans Melchior Trautwein, mein 9-facher Urgroßvater aus Steinheim ist am 13.Juni 1707 "auf der Flucht" in Murrhardt gestorben.
Was geschah 1707 damals in Württemberg ? - Die französische Armee unter Marschall Villars überquerte am 23. Mai 1707 den Rhein und drang nach Württemberg vor. In der Bevölkerung breitete sich Panik aus. Ganze Gemeinden wurden aus Furcht vor Übergriffen verlassen. So flohen beispielsweise die Oberriexinger nach Fornsbach bei Murrhardt. Die Invasoren plünderten die Dörfer und steckten Kirchen in Brand. Vieh wurde mitgenommen und den Wein den die Soldaten nicht tranken, ließen sie auslaufen.


Claude-Louis-Hector de Villars (1653 - 1734)
- Prince de Martigues -
- Marquis et Duc de Villars -
- Vicomte de Melun -
Der Marschall von Frankreich war einer der berühmtesten Generäle der französischen Geschichte und einer von nur sieben General-Marschällen von Frankreich.


Auch in der Gemeinde Tamm gab es große Schäden, die das Dorf in Armut gebracht haben sollen. Andere Orte wie Bietigheim und Ingersheim konnten Plünderungen und Brandschatzungen verhindern, mussten dafür aber den französischen Truppen saftige Geldsummen zahlen.
Vermutlich sind auch Steinheimer Bürger und mit ihnen die Familie Trautwein in den Schwäbischen Wald geflüchtet. Nach seinem Tod kehrte die Ehefrau Helena mit ihren Kindern nach Steinheim zurück. Mein 8-facher Urgroßvater Sebastian Trautwein war damals 14 Jahre alt.

Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth ging im Juli mit dem Reichsheer gegen Villars vor und überschritt Mitte des Monats mit Verstärkungen bei Philippsburg den Rhein. Im September übernahm Kurfürst Georg Ludwig von Hannover den Befehl über das Reichsheer und drängte Villars vollständig hinter den Rhein zurück.
Die Beute der Franzosen in Franken und Schwaben wurde auf 9 Millionen Gulden geschätzt, der angerichtete Schaden war weit höher.


Sonntag, 24. Mai 2015

Eutendorf - Sühnekreuz

Dieses Sühnekreuz aus Sandstein steht ca. 300 Meter westlich des Ortsrandes von Eutendorf an einer Wegkreuzung unter uralten Linden. Ein wuchtiges Kreuz mit breiter Front- bzw. Rückseite und schmalen Seiten. Die Rückseite weist starke Abblätterungen auf. Von der Einrillung, die eine Pflugschar darstellen soll, ist außer einer waagrechten Kerbe im Kopfbereich nichts mehr zu sehen. Einst sollen dort 2 Kreuze gestanden haben.


Das Sühnekreuz wird auf das 15. bis 16. Jahrhundert datiert. In einem Gemeinderegister von 1531 wurde das Steinkreuz von Eutendorf genannt: bei Eutendorf unter einer Linde stehen zwei Steinkreuze, bei denen ein Duell stattgefunden haben soll.


Von der Einrillung ist kaum mehr etwas zu erkennen.


Zwei Linden auf der gegenüberliegenden Straßenseite.


Der Sage nach gibt es gleich 3 Deutungen für dieses Sühnezeichen:
1. Zwei Handwerksburschen oder Bettler sollen wegen eines Brotlaibs in Streit geraten sein und gegenseitigen Totschlag begangen haben.
2. Nachts gehe der Lindengeist und geisterhafte Hasen um.
3. Hier soll ein Duell stattgefunden haben.




Eutendorf - auf den Spuren von Melchior Keller

Auf den Spuren meines 11-fachen Urgroßvaters Melchior Keller, geboren um 1586 in Eutendorf. Melchior Keller war Wirt in Eutendorf. Er und seine Frau Magdalena zogen im Alter nach Aldingen zu ihrer Tochter Magdalena, die dort mit dem Wagner und Weingärtner Bartholomäus Daubenthaler verheiratet war.


Maibaum in Eutendorf


Eutendorfer Wappen am Maibaum


St. Kiliankirche - ein burgartiger spätgotischer Bau mit Inschriften die bis in das Jahr 1343 zurückreichen. Im Turm hängen 3 Glocken, die größte stammt aus dem Jahr 1511 und wurde von Glockengießer Lachamann aus Heilbronn gegossen.


Wetterhahn der St. Kiliankirche



Fenster der St. Kiliankirche


Inschrift über der Eingangstüre des Kindergartens
"Psalm 34, 12"
1838

Psalm 34,12 lautet: Wer ist, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? 

Samstag, 9. Mai 2015

Aufstand im Mainhardter Wald - Laienschauspiel


 Aufstand im Mainhardter Wald heißt das neue Stück der Mainhardter Laienschauspielgruppe.

Das bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts protestantische Fürstenhaus Hohenlohe-Pfedelbach wird katholisch. Fürst Joseph führt an seiner Residenz ein prunkvolles und kostspieliges Leben. So gerne würde sich der Regent in den Reigen der großen Herrscherhäuser Europas einreihen. Geld spielt dabei keine Rolle, das besorgt man sich doch elegant von seiner Bevölkerung, die unter den zunehmenden Abgaben und Frondiensten schwer zu leiden hat.
Die Menschen in den Weilern und Höfen rund um Mainhardt, seit der Reformation überwiegend Protestanten, stöhnen schwer unter den Lasten, die ihnen der katholische Standesherr aufbürdet. Das Leben ist eh schon schwer im rauen Klima des Mainhardter Waldes, das Überleben wird zur Herausforderung. Viele gehen daran zu Grunde. Es ist die pure Verzweiflung, die die Wäldler zu Widerständlern werden lässt. Denn sie wollen Gerechtigkeit, die ihnen der Pfedelbacher Blutsauger verwehrt. 
Mit Heugabeln und Dreschflegel stellen sie sich der Obrigkeit in den Weg. Doch es ist ein ungleicher Kampf. So erhoffen sie sich Beistand vom Reichsgerichtshof in Wien. Über zehn Jahre erstreckt sich der Rechtsstreit. Der Richterspruch ist für die notleidende, aber noch immer hoffnungsvollen Bevölkerung niederschmetternd. - Doch die stolzen Menschen vom Mainhardter Wald geben nicht auf .....

Weitere Informationen zu Spielterminen und Kartenbestellung gibt es bei Laienschauspiel-mainhardt.de 

Württembergische Zollstation in Bubenorbis

An der alten Salz- und Handelsstraße Richtung Schwäbisch Hall liegt rechterhand der heute zu Mainhardt gehörende Teilort Bubenorbis. Einst war dieses Dorf der westlichste Vorposten auf dem Territorium der alten Reichsstadt Hall. In Bubenorbis, direkt an der Handelsstraße, war die Zollstation von Württemberg.


Württembergisches Wappen über der Tür des ehemaligen Zollhauses



über den Fenstern des alten Zollhauses


Gasthof Traube in der Zollstation



Witzmannsweiler - Witzlisweiler - Witzisweiler

Meine Vorfahren Ursula Heuser (*um 1565) und Georg Heuser (*um 1535) sind in Witzmannsweiler geboren. Durch die frühere Schreibweise Witzisweiler und Witzlisweiler war ich lange auf der Suche nach dem Geburtsort meiner 11-fachen Urgroßmutter und meines 12-fachen Urgroßvaters. Doch "Mister Google" war wieder ein hilfreicher Freund.
Witzmannsweiler gehört - wie weitere 32 Dörfer, Weiler und Höfe - zur Gemeinde Michelfeld, westlich der Kreisstadt Schwäbisch Hall. Die Gemeinde hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Hohenloher-Haller Ebene.


Frühlingswiese in Witzmannsweiler


Bauernhaus in Witzmannsweiler


Herz-Fensterladen


Schwalbennest


alter Sandsteinpfosten am Bauerngarten

Samstag, 2. Mai 2015

Witzlisweiler - Witzisweiler - Witzmannsweiler

Meine 11-fache Urgroßmutter Ursula Heuser (*um 1565) und ihr Vater Georg Heuser (*um 1535) sind nach verschiedenen Informationen in Witzlisweiler geboren. Nur war Witzlisweiler bisher nirgendwo zu finden. Selbst über Wüstungen (alte aufgegebene Siedlungen) gibt es noch Informationen, aber jede Suche nach Witzlisweiler war erfolglos, Witzlisweiler schien verschwunden zu sein. - Die Siedlung müsste im Raum Mainhardt gelegen sein, aber selbst der "Wanderwalter" brachte mich nicht weiter. Immer wieder kreuzen sich meine Wege mit dem Stammbaum "Familie Vollrath", der auch jetzt wieder den Knoten löste. Danke, Herr Vollrath!
Der Vollrathsche Stammbaum enthält Personen die in Michelfeld-Witzmannsweiler geboren sind, das kommt diesem "verschwundenen" Witzlisweiler schon sehr nahe. Der im Stammbaum enthaltene Kommentar "Wittib des Hans Schmaltz von Witzisweiler"  löste das schwierige Rätsel auf. Die alte Schreibform Witzisweiler oder Witzlisweiler ist also das heutige Witzmannsweiler, Teilort von Michelfeld, nördlich der Bundesstraße 14, der früheren Salz(handels)straße zwischen Mainhardt und Schwäbisch Hall.


Witzmannsweiler ist also das Ziel für meinen nächsten Ausflug in den Schwäbischen Wald !


Montag, 13. April 2015

Lautern - Frühling im Schwäbischen Wald


In Kurzach lebten die Vorfahren SPÖRLE, die aus dem benachbarten Dorf Nassach abstammen - in Sulzbach und in dem Nachbarort Bartenbach sind die PFUDERERs geboren. In Lautern, am Ende des Lautertales kurz vor Sulzbach erblickte um 1592 mein  9-facher Urgroßvater Ludwig ERLENBUSCH das Licht der Welt, seine Tochter Catharina (1624 - 1653) heiratete anno 1648 Leonhard PFUDERER (1622 - 1687), Bauer und Heiligenpfleger aus Sulzbach.  


die Felder bei Kurzach in der Abendsonne


die ersten Frühlingsblumen am Waldrand auf dem Kurzacher Sattel


Abendhimmel über Kurzach


talabwärts, entlang der Winterlauter, ist linkerhand der Knoblauchbrunnen


Gegenüber, nicht weit entfernt von diesem Brunnen, stand einst das 1849 abgegangene Hofgut Hetzelhof der Familie SCHUSTER. Elisabeth Barbara SPÖRLE (1760 - 1825) aus Kurzach heiratete den Hetzelhofbauern Johann Georg SCHUSTER (1744 - 1827). Das Ehepaar Schuster-Spörle sind meine 5-fachen Urgroßeltern mütterlicherseits. 


Lautern im Lautertal,  Geburtsort der ERLENBUSCHs


Veilchen, die ersten Frühlingsboten im Lautertal


Scheune in Lautern


Backhaus in Lautern