"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt
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Donnerstag, 13. September 2018

Pleidelsheim 1693 - Hans Jacob Hoffmann

Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688 - 1697) lagerte das große französische Heer im Sommer 1693 etwa 5 Wochen bei Großbottwar, Steinheim und Pleidelsheim. Ganz Pleidelsheim suchte sein Heil in der Flucht und hat sich nach den Angaben des Kirchenbuches erst am 7. September "wieder zur Kirch" nach Haus begeben. Die Not war groß, die Häuser waren zerstört, die Feinde hatten alles Eßbare geplündert oder vernichtet. Die große Hungersnot ließ in den Dörfern ganze Geschlechter aussterben.

Mein 8-facher Urgroßvater Hans Jacob Hoffmann (*um 1642 in Annaberg, Sachsen) blieb, wie dem Kirchenbuch zu entnehmen ist, mit seiner Familie in Pleidelsheim. Im September 1693 ist er, seine zweite Ehefrau Anna Schuler (*um 1658 in Sargans, Schweiz) und sein Sohn Johann Conrad (*1691 Pleidelsheim) innerhalb von 8 Tagen verstorben.
Der Pleidelsheimer Pfarrer erachtete es offensichtlich für wichtig, nicht nur den Todestag und das Alter des Verstorbenen zu vermerken, durch seinen Eintrag im Totenregister wissen wir heute, 325 Jahre nach dem Todestag von Hans Jacob, dass er ein "ungetreuer Unterthan und böser Bürger" gewesen ist:
Jacob Hoffmann, der unter den Franzosen geblieben, ein ungetreuer Unterthan und böser Bürger ist bald hernach gestorben 28. Sept. alt 51 Jahr - 

Was ist für den Pfarrer ein ungetreuer Untertan und böser Bürger? War Hans Jacob kein emsiger Kirchgänger und/oder hat er als Untertan gegen Unrecht und Unterdrückung rebelliert? 
Die Lebensumstände prägen den Menschen. Hans Jacob ist während des 30-jährigen Krieges in Sachsen geboren. Sachsen, damals Kur-Sachsen, wurde von Schlachten, Feldzügen und marodierenden Soldaten, aber auch von Hunger und Pest in einem Ausmaß zerstört, das heute kaum noch vorstellbar erscheint. In welchem Alter Hans Jacob nach Württemberg kam ist nicht mehr festzustellen. Er wird erstmals 1663 genannt. Am 17. Februar 1663 heiratete Hans Jacob die in Pleidelsheim lebende Anna Barbara Schaaf, Witwe des Alexander Franz.
Trotz allem muss ich schmunzeln. Hans Jacob ist nur ein ganz ganz kleiner Teil von mir, er war mir beim lesen des Kirchenbuches sofort sympathisch. Ich bin keine Kirchgängerin, betrachte das Tun der Kirchen sehr kritisch und ich würde mich auch nicht für eine treue Untertanin eignen. - Freiheit ist das höchste Gut der Menschen !

.  M  .


Pleidelsheim anno 1686
Forstlagerbuch Andreas Kieser


Freitag, 24. November 2017

Marbach - Rathmann & Rathmann

Der reiche Johann Sebastian Rathmann setzte sich und seinem Vater beim Bau seines Hauses Niklastorstraße 7 in Marbach ein Denkmal.
Sein Vater Johann Friedrich war von 1663 - 1688 Geistlicher Verwalter in Marbach. Er wurde 1624 in Göppingen als Sohn des königlichen Zollschreibers Bartholomäus Rathmann geboren und starb um Georgii 1688 in Marbach.
Die frei gewordene Stelle wurde an seinen Sohn Johann Sebastian vererbt, der nach dem Jurastudium Keller (Kellermeister) in Hoheneck gewesen war, er hatte die Stelle bis zu seinem Tod 1699 inne.


 Johann Sebastian Rathmann auf dem linken Konsolstein



Niklastorstraße 7 -  Baujahr 1699



Johann Friedrich Rathmann auf dem rechten Konsolstein




Freitag, 29. April 2016

Der Marodeur im Dienste des Dauphin - Steinheim 1693

Im Frühjahr 1693 überquerte der Dauphin mit einem 80.000 Mann starken Heer den Rhein und zog den Neckar herauf, ging am 17. Juli bey Beihingen und Großingersheim über den Neckar. In Pleidelsheim war das Hauptquartier, das Heer lagerte zwischen zwischen Pleidelsheim und Steinheim. Alle umliegenden Orte wurden geplündert und niedergebrannt. Scharen von Flüchtlingen kündigten schon früh die Annäherung der Franzosen an. Die gefürchteten "Schnapphahne" gingen dem Hauptheer voraus und schon war die ganze Bevölkerung von Steinheim , wie in den Zeiten des 30-jährigen Kriegs oft geschehen war, im Begriff sich nach Marbach mit Weib und Kindern und was sich an Habe retten ließ, zu werfen, in der Hoffnung, dort vor dem schnell vorübergehenden Durchzug eines Streif-Corps sicher zu sein. Als einer von eben jenen dem Heer vorausziehenden Marodeure, der mit einigen seiner Kameraden zuerst nach Steinheim gekommen war und durch reichliche Bewirtung und freiwillige Geschenke sich das Plündern hatte abkaufen lassen. Er hatte die Beratschlagungen zur Flucht mit angehört, auf einmal - ob er gleich vorher kein "teutsches" Wort zu verstehen sich stelle - in gutem Dialekt des Landes die Leute dringend bat, doch ja nicht nach Marbach zu gehen, das Morgen mit Steinheim selbst und allen umliegenden Orten, auf Befehl des Dauphins, der mit der Haupt-Armee nachkomme, geplündert und niedergebrannt werde.
Mit Dank wurde diese Nachricht zur Warnung genommen. Und so wandte sich der ganze Zug der Flüchtlinge, mit Ausnahme weniger, die einzeln anders wohin sich zerstreuten, fast die gesamte Gemeinde über Backnang in das Hällische Gebiet. Ein trauriger Anblick, jammernde Weiber, weinende Kinder, auf Wagen Kranke und gebrechliche Greise. Der 77-jährige, am Podagra (Gicht) leidende Pfarrer Pfaff mit seiner Gattin, der so viele Drangsale des 30-jährigen Krieges durchgemacht, verließ auch jetzt seine Gemeinde nicht. Auf einem Wagen mit wenigem Geräthe zog er mit dem Haufen der Fliehenden und hinter sich sah er das von ihm zu einem Ruhesitz seines Alters erbaute eigne Haus in Flammen auflodern, und verloren war mit allem Hausgeräthe seine sorgfältig gesammelte Bibliothek  und zahlreiche Manuscripte vieljähriger, literarischer  Thätigkeit. Sein Sohn, der junge Pfarrer Gottfried Pfaff zog mit zu Fuß, zu Fuß mit ihm seine Gattin eine 14-tägige Wöchnerin, das neugeborene Kind selbst tragend, während der Vater zwei Knaben an den Händen führte und das dritte Knäbchen, ein 4-jähriges Kind, den größten Teil des Wegs auf den Schultern trug.
Das jüngste Kind erkrankte und starb im Forsthause Rietenau. Aber der Schrecken feindlicher Ankunft, der die Flüchtlinge schnell weiter trieb, nöthigte die Eltern schon 4 Stunden später nach dem Tode das Kind in dem Rietenauer Walde zu begraben. Ja sogar von der Beerdigung weg mußten sie fliehen und eine angstvolle Nacht im Walde zubringen.

"Der Marodeur soll ein Steinheimer gewesen seyn", sagte der alte Pfaff in der dieß enthaltende handschriftlichen Nachricht. "Er wollte aber nicht genannt seyn und ritt, als er erkannt zu werden glaubte, nachdem er dem Wirth einen harten Thaler in die Hand drückte, was sonst die Herrn Franzosen nicht zu thun pflegen, auf und davon."

(Quelle: Geschichte und Topographie des Marktfleckens und ehemaligen Frauenklosters Steinheim an der Murr von M.F.A. Scholl, Pfarrer zu Steinheim - Druck 1826 / die Schreibweise entspricht nicht der gültigen deutschen Rechtschreibung)

 
Auf dem Felsen 1

Wer immer die Franzosen verraten und die Steinheimer vor der Flucht hinter die Stadtmauern der Oberamtsstadt Marbach gewarnt hat, wird ein ewiges Rätsel bleiben. Bis auf das Haus "Auf dem Felsen 1" der Familie Fuchs (meine Vorfahren) brannten beim Marbacher Stadtbrand alle innerhalb der Stadtmauer gelegenen Wohnhäuser und Scheunen ab.

Freitag, 27. November 2015

Marbach - 92.000 Liter Wein

Zu meinen Vorfahren gehört auch die Familie Fuchs aus Marbach (Lorentz Matthäus Albrecht heiratete 1699 Maria Margaretha Fuchs).
In einem historischen Buch fand ich 12 Buchseiten über die "Fuchsens", von denen einige Familienmitglieder, wie auch bei den Albrechts, das Metzgerhandwerk erlernt haben. Nach dem Tod von Margaretha Thudichum, Großmutter von Maria Margaretha Fuchs, wurde 1686 ein Inventar über das Vermögen zum Zwecke der Erbteilung erstellt. Auf 85 Seiten wurde das gesamte Vermögen des Ehepaares Fuchs / Thudichum aufgelistet.
"Liegende Güter", einschließlich "Fahrnis" (bewegliches Vermögen), Bargeld in 16 verschiedenen Währungen, zuzüglich "einnehmender" Schulden abzüglich zu bezahlender Schulden ergeben ein Vermögen von 25.963 fl (Gulden) und 44 1/2 x (Kreuzer).
Zum Vergleich: für 200 Gulden konnte man ein Bauernhaus mit Stall und Scheune erwerben.



1 Kreuzer - Württemberg 1693


Der Weinbestand betrug 313,5 Eimer Wein (= 92.143 Liter) verschiedener Jahrgänge. In den eigenen Weinbergen konnte diese große Menge Wein nicht erzeugt worden sein. Der größte Teil des Weinvorrats wurde dazu gekauft. Vermutlich stellte dieser Weinvorrat eine Kapitalanlage dar, was damals allgemein üblich war.


"Auf dem Felsen 1"
Bauernhaus der Familie Fuchs, später im Besitz der Familie Heinle

Die Familie Fuchs erlitt durch den Stadtbrand 1693 den enormen Gesamtschaden von 13.394 fl. - Bis auf das Haus "Auf dem Felsen 1" sind sämtliche Häuser und Scheunen innerhalb der Stadtmauer abgebrannt, ebenso der gesamte Hausrat bis auf die wenigen Gegenstände, die die Familie auf die Flucht mitnehmen konnte. Totalverlust gab es auch bei den Getreide- und Küchenvorräten, der Weinvorrat war größtenteils vernichtet, das Bargeld von über 5.000 fl blieb vollständig erhalten, vermutlich wurde es vor dem Franzoseneinfall aus der Stadt geschafft.


Sonntag, 15. November 2015

Abt Matthäus Aulber & Grace Kelly

Matthäus Aulber ist 1495, als Sohn des Goldschmiedes Jodokus "Jos" Aulber, in Reutlingen geboren. Aulber führte in Reutlingen die Reformation durch, war Pfarrer in Reutlingen von 1518 bis 1548, Stiftsprediger in Stuttgart von 1548 bis 1563 und von 1563 bis zu seinem Tod 1570 Abt in Blaubeuren.



Aber was hat die ehemalige Fürstin Gracia Patricia, geboren 1929 in Philadelphia unter dem Namen Anmut Patricia Kelly, mit dem in Reutlingen geborenen Abt zu tun?
Ihr Großvater mütterlicherseits, Carl Majer, ist 1863 auf Schloss Helmsdorf, Immenstaad am Bodensee geboren. In Ihrem Stammbaum steht unter der Nummer 6.236 Matthäus Aulber, Abt im Kloster Blaubeuren. Aulber ist der 10-fache Urgroßvater von Grace Kelly.

Aulber war ja katholisch und hat das Zölibat gebrochen. Auf Betreiben der Konstanzer Kurie wurde Aulber mit elf weiteren Geistlichen am 22. Januar 1528 vor das Gericht in Radolfzell zitiert, um sich wegen Bruchs des Zölibats zu verantworten. Daraufhin erfolgte am 9. Mai 1528 Aulbers Exkommunikation. Aulber ließ sich aber von seinem Weg nicht abbringen und so ist es nicht verwunderlich, dass auf Aulbers Drängen Reutlingen neben Nürnberg die einzige süddeutsche Stadt war, die auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 das evangelische Glaubensedikt unterzeichneten.

Matthäus Aulber (1628-1689), Urenkel des Abts im Kloster Blaubeuren, war Abt in den Klöstern Adelberg, Murrhardt und Hirsau. Seine Tochter Marie Christiane war in 2. Ehe (1685) mit dem 28 Jahre älteren Metzger Hippolytus Fuchs aus Marbach verheiratet. (aus: Württembergische Kirchengeschichte online)

Hippolyt "Pältin" Fuchs (1623 -1694) ist mein Vorfahre aus einer wohlhabenden Marbacher Familie. Auch für Hippolyte war es die zweite Ehe, da seine erste Ehefrau Margaretha Thudichum meine Vorfahrin ist, gehören die Aulbers nicht zu meinen Ahnen.





Dienstag, 5. Mai 2015

Durch die Gassen des ehemaligen Oberamts Marbach


Allianzwappen am Torturm
Wappen Herzog Carl Alexanders von Württemberg & Teck und 
seiner Gemahlin der Fürstin Maria Augusta von Thurn und Taxis 


1697/98 erbaute Vogtei mit Herzogswappen über der Eingangstüre und 
Geburtshaus des "grossen Rechtslehrers" Dr. Carl Georg von Wächter (1797 - 1880)


Vogtkeller in der Strohgasse


Im Jahr 1700 erbaute "Geistliche Verwaltung" mit barockem Sandsteinportal, Herzogswappen und Herzogsinitialen Eberhard Ludwigs.


Kopfstein in der Strohgasse


Strohgasse


Hauseingang in der Strohgasse


Wappen am ehemaligen Physikat 
Nach der Zerstörung der Stadt anno 1693 wurde das Haus 1699 von Stadt und Amt 
Marbach für den Stadt- und Amtsphysikus (studierter Arzt) wieder aufgebaut. 


Kopfstein eines Wohnhauses, das bereits ein Jahr nach dem Stadtbrand 1693 von dem Schneider Johann Caspar Weinlen wieder aufgebaut wurde.


Kopfstein in der Marktstraße


Hauseingang in der Marktstraße


Hauseingang in der Holdergasse


Eingang zur Ölmühle Jäger


Bäckerei, erbaut 1700


Hauseingang in der Holdergasse


Kopfstein von 1793 - Holdergasse


Zunftzeichen in der Holdergasse


Kellereingang Holdergasse


Salzscheuer  mit Brauerei in der Holdergasse


Portraitplastik Christian Probst
Wohnhaus des Steinmetzen Christian Probst, der sich um 1700 mit 
Meisterzeichen, Initialen und Handwerkszeug selbst darstellte.


Wohnhaus der Familie Dentzell in der Niklastorstraße


Zunftzeichen


Apotheke in der Marktstraße - erbaut 1628


Oberamt Marbach


älteste farbige Darstellung des Stadtwappens in der Altstadt


Das Oberamt Marbach war ein württembergischer Verwaltungsbezirk, der 1938 aufgelöst wurde. Die Stadt Marbach war bereits seit dem 14. Jahrhundert Sitz eines Amts, zu dem neben der Stadt auch die Orte in der näheren Umgebung gehörten. Bis Ende des 15. Jahrhunderts rundeten weitere Erwerbungen den württembergischen Besitz an Neckar und unterer Murr ab.

Die 1866 vom "Königlich statistisch-topographischen Bureau Württemberg" herausgegebene "Beschreibung des Oberamts Marbach" gibt einen sehr umfangreichen Einblick in das Leben unserer Vorfahren im 19. Jahrhundert.
Von A wie Abstetter Hof bis Z wie Zwingelhausen sind alle Dörfer, Weiler und Höfe, die zum Oberamt Marbach gehören, beschrieben.



Montag, 9. März 2015

Weil man vom Frieden singt, mein Schall auch besser klingt

Auf dem Turm der Steinheimer Martinskirche sollen vor 1634 vier Glocken gewesen sein. Die größte Glocke soll bei Annäherung der spanischen Truppen in der Murr, oberhalb des Ortes versenkt worden sein. Die Glocke wurde später aber nicht mehr gefunden. Die drei auf dem Turm verbliebenen Glocken sind beim Brand geschmolzen.
In ruhiger Zeit veranlasste Schultheiß Bader die Gemeinde Rietenau, die 90 Gulden Schulden bei den Steinheimern hatte, zur Überlassung der kleinen Glocke. 1652 und 1684 wurden wieder Glocken in Auftrag gegeben. In der ausgebrannten Stiftskirche in Backnang erfolgte 1698 von einem französischen Wandergießer ein Umguß.
Beim Trauergeläut für König Friedrich 1816 ging die Rietenauer Glocke zu Bruch und wurde von Neubert umgegossen, Sie ist mit Ton d' heute die Betzeitglocke.
Bis auf diese Glocke gab es viel Wechsel, meist durch die Ablieferung für Kriegszwecke. Den hohen Kupferanteil in der Bronzeglocke von etwa 78% brauchte 1917 und 1942 die Rüstungsindustrie zum Anfertigen der Granatringe um die Geschosse. Erst 1949 konnte wieder an die Ergänzung der einzigen, ehemaligen Rietenauer Glocke gedacht werden und bei der Firma Bachert in Heilbronn eine a'- und eine h'-Glocke in Auftrag gegeben werden.

Aus der Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866, Kapitel B24 Steinheim: "auf dem Thurm hängen 3 Glocken von denen die größte folgende Inschrift trägt: Weil man vom Frieden singt, mein Schall auch besser klingt. M. Gottf. Pfaff, Pfarrer; Joh. Melchior Herold, Schulth.; Christoph Trautwein, Bürgermeister; Andr. Breitscheid, Heiligenpfleger - 1698."

Der Schultheiß Johann (Hans) Melchior Höroldt (Herold) ist mein 8-facher Urgroßvater.


Dienstag, 29. Juli 2014

Einöd - Kleinaspach

Der Weiler Einöd ist die Heimat meiner Ur-Urgroßmutter Maria Magdalene Schöffler (1864 Einöd - 1938 Steinheim). Auch ihr Vater Gottfried und ihr Großvater Johannes Schöffler sind in Einöd geboren.


Einöd anno 1686 - Forstlagerbuch Andreas Kieser



Ortsschild von Einöd aus alten Zeiten



Die "drei liegenden Hirschstangen" am Fuße des Ortsschildes, 
das Stammwappen des Hauses Württemberg.



Bauerngarten in Einöd



Die Sägemühle in Einöd verarbeitet heimische Douglasie.

Hier sagten sich einst Fuchs und Hase "gute Nacht". Heute ist Einöd mit dem dahinterliegenden Wald, den benachbarten Dörfern und Weilern, fernab des hektischen Großraums Stuttgart, ein beliebtes Naherholungsgebiet. 


Donnerstag, 24. Juli 2014

Goshen Township - Sunflower Road Ecke 28th Road


Auf einer alten Karte (Block 18) ist die Farm von Johann Jacob Bauer in Goshen Township eingezeichnet. Das alte Farmhaus steht auf dem 800 Meter mal 800 Meter großen Land an der Sunflower Road Ecke 28th Road.
Einen Block östlicher (Thunder Road) und einen Block südlicher (27th Road) steht das alte Schulhaus, gegenüber ist der Goshen Central Cemetery. Den Familien Riecher und Alexander, deren Nachkommen in die Familie Bauer eingeheiratet haben, gehören Farmen in der Nachbarschaft.



Diese Karte ist aus einem historischen Buch von 1881, also vor der Auswanderung der Familie Bauer und zeigt zum Teil andere Eigentümer.


Die Schule gab es damals schon (Block 19), auch den Friedhof auf Block 30 gab es bereits. Eigentümer der  nordöstlichen Ecke von Block 29 ist G. Schaubel.
Captain Schaubel gehörte zu den ersten Siedlern der Township, er zog 1869 von Indiana nach Kansas, geboren ist Gottlob Immanuel Schaubel 1822 in Marbach am Neckar, mütterlicherseits stammt er von den Waldensern ab. Sein Sohn Wilhelm (*1859 Indiana) war mit Caroline Strodtbeck (*1860 Kleinaspach), der Urenkelin meiner 5-fach Urgroßeltern Johann Georg Schuster (*1744 Hetzelhof) und Elisabeth Spörle (*1760 Kurzach) verheiratet. - Die Schaubels und die Bauers, die in Deutschland nur ein paar Dörfer auseinander lebten, zogen hinaus in die große weite Welt und wohnten in Kansas nur ein paar Ackerlängen voneinander entfernt.



Nach seinem Tod im Jahr 1913 schrieb der Medford Patriot aus Oklahoma:
Gottlob Schaubel was born April 24th, 1822, in Whittenburg, Germany, in the town of Marboch, where Schiller, the noted German poet was born. He served his country as a faithful soldier, became a soldier of the cross at the age of fourteen. He came to America and became a citizen of the land of the free in the year 1847. He was a good soldier in the Civil War in which he received a wound that he carried to his grave. He was married in 1856. Eleven children were born to this union. Three children and their mother having preceded him to world beyond. There of his children and several grand children were present at his burial. He died leaving eight children and a host of friends to mourn his loss on August 29, 1913 at his home in Deer Creek, Okla. The churches and friends of Deer Creek extend to his children their sympathy and prayers.
Three automobile loads of Medford people went to Deer Creek Sunday to participate in the funeral service of Capt. Gotlob Schaubel, the Civil war veteran and prominent Mason (Freimaurer) who died there last week. 
There is a large memorial stone with dates in the Goshen Central Cemetery located 5 miles north and 1 mile west of Green, Kansas. Gottlob served in the Union Army during the Civil War. He was a Captain of Co. H. 48th regiment of Indiana Volunteers. He was wounded in service.


Donnerstag, 18. Juli 2013

Murr - Barben, Forellen & Flusskrebse

Die Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866 gibt auch Auskunft über die Fischerei und die Fischrechte:

Die Fischerei ist nur in einzelnen Orten von einigem Belang und nimmt überdies immer mehr ab, wozu die starke Flößerei, Wasserwerke und Fabriken viel beitragen. Es werden im Neckar hauptsächlich Weißfische, Schuppfische, Barben, Aale, Hechte, seltener Karpfen und Forellen gefangen, während in den Seitenzuflüssen des Neckars und in den Bächen des Bezirks neben den Weißfischen und Barben ziemlich viele Forellen wie auch Krebse vorkommen. Die Fische werden in die benachbarten Städte, namentlich nach Ludwigsburg zum Verkauf gebracht, was für einzelne Orte eine kleine Einnahmsquelle bildet. Am ausgedehntesten wird die Fischerei in Marbach, Mundelsheim, Murr und Schmidhausen getrieben. Das Fischrecht hat meist der Staat, der es verpachtet, theils gehört es den Gemeinden, theils Privaten; in Großbottwar und Oberstenfeld ist die Fischerei freigegeben, in Kleinaspach hat es der jeweilige Schultheiß und in Murr dürfen sämtliche Ortsbürger jeden Freitag fischen; in der übrigen Zeit gehört das Fischrecht theils der Gemeinde, theils dem jeweiligen Besitzer einer gewissen Wiese.



Samstag, 6. Juli 2013

Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866 - HÖPFIGHEIM

In der Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866 wurde über die Höpfigheimer Bürger berichtet:

Die Einwohner sind im allgemeinen gesunde, kräftige Leute, die nicht selten ein hohes Alter erreichen; ihre Erwerbsmittel sind Feldbau, Weinbau und Viehzucht. Von den Gewerben, welche sich meist nur auf die gewöhnlichen beschränken, wird die Weberei schwunghaft betrieben; überdies bestehen zwei Zündhölzchenfabriken und eine Wattfabrik (?), in denen viele Kinder Beschäftigung und Verdienst finden. Als Nebengewerbe werden gute Strohgeflechte (Strohböden, Bienenkörbe, Brodkörbe) verfertigt. 
Die Vermögensumstände sind mittelmäßig und der vermöglichste Bürger besitzt nur 24 Morgen, der vorherrschende Mittelstand hat etwa durchschnittlich 7 Morgen und die ärmste Klasse 1/2 bis 3/4 Morgen Grundbesitz. Dessen ungeachtet bringen sich die Einwohner vermöge ihres Fleißes und ihrer Genügsamkeit so gut fort, daß sie nur in wenigen Fällen die öffentliche oder Privatfürsorge in Anspruch nehmen. Die Tracht ist vorherrschend noch die ländliche. 

Sonntag, 23. Juni 2013

Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866: MURR

Das Oberamt Marbach war ein württembergischer Verwaltungsbezirk, der 1934 in Kreis Marbach umbenannt und 1938 aufgelöst wurde, wobei seine Gemeinden den Landkreisen Ludwigsburg als Rechtsnachfolger, Backnang und Heilbronn zufielen. 
In der Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866 werden die einzelnen Gemeinden des Oberamtes beschrieben. Über die Einwohner aus Murr:

"Die Einwohner in Murr sind im Allgemeinen gesunde, mittelgroße Leute, denen man meist, namentlich dem weiblichen Geschlechte, die strenge Arbeit, den rastlosen Fleiß und die Sparsamkeit, die selbst bis zur Grenze der Versagung des Nothdürftigen sich ausdehnt, ansieht. In Sitten herrscht ein sanfter, anständiger Ton, Sinn für Reinlichkeit und Ordnung. Die altherkömmliche Tracht hat leider einer modernen, wenig schönen weichen müssen. Volksbelustigungen und Bräuche sind abgegangen, nur bei Leichen der Begüterten wird von den theilnehmenden Gästen ein Leichenschmaus gehalten und die Taufen begehen die Verwandten mit leiblichen Erquickungen. Gemeindeunterstützung erhalten gegenwärtig nur 2 kranke Personen, die verpflegt werden."

(Quelle: google ebooks)