"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt
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Sonntag, 26. August 2018

Theodor Christian Körner - Politiker aus Herrenberg

Theodor Christian Körner, 1863 in Lauffen geboren, ist der Urenkel meiner 4-fachen Urgroßeltern Christian Körner (*1779 Sindelfingen) und Elisabeth Friederike Baader (*1783 Steinheim).
Völlig unbedeutend stand er, nur mit Geburtsdatum, zwischen den zahlreichen Sindelfinger Körner-Nachfahren in meinem Stammbaum.
Ahnenforschung ist ein Never-Ending-Hobby, oftmals puzzelt man an irgendeinem Ende ewig herum um weiterzukommen, dann aber gibt es Tage da geht es ganz unverhofft weiter oder bisher Unbekannte tauchen auf wie eine Fata Morgana und bringen bisher unbekannte Vorfahren oder Verwandte.


Theodor Christian Körner
1863 Lauffen am Neckar - 1933 Herrenberg

Dieser bisher so "farblos" wirkende Theodor Christian Körner war Kaufmann, Unternehmer und Politiker. Er war Verleger der Herrenberger Tageszeitung "Gäubote", die heute noch von seiner Familie herausgegeben wird. Von 1919 bis 1920 war Körner Mitglied der 'Verfassungsgebenden Landesversammlung' des neuen Volksstaates Württemberg und gehörte von 1920 bis 1933 als Abgeordneter dem Landtag an. Von 1924 bis 1928 war TC Körner Präsident des Württembergischen Landtags und 1932 bis 1933 dessen Alterspräsident. Außerdem war er von 1920 bis 1928 als Mitglied der DNVP-Fraktion (nationalkonservative Partei in der Weimarer Republik) Abgeordneter im Reichstag.



TC Körner wurde 1928 zum Ehrensenator der Universität Tübingen ernannt. In seiner Geburtsstadt Lauffen am Neckar ist eine Straße nach ihm benannt.

Herzlichen Dank an die bisher unbekannte neue Verwandte Lore, mit der ich nicht nur mütterlicherseits verwandt bin, denn auch die Häussermannsippe vom Hallwilersee (Aargau, Schweiz) und die Banzhafsippe väterlicherseits aus Türkheim (Geislingen/Steige) gehören zu unseren gemeinsamen Vorfahren. Getreu dem Motto der Familie Banzhaf "Immer vorwärts" wird die Ahnenforschung wohl nie ein Ende finden!


. M .

Samstag, 2. Juli 2016

'Hexe' Irmula Krauss-Straub & Wikipedia

Von 1562 bis 1684 gerieten in den Hexenverfolgungen in Sindelfingen 34 Frauen in Hexereiverdacht. Im Gegensatz zu vielen Gebieten in Württemberg fanden über die Hälfte der Verdächtigen den Tod: 19 der angeklagten Frauen wurden in Hexenprozessen hingerichtet.
SO beginnt bei Wikipedia der Artikel Hexenverfolgungen in Sindelfingen.

Meine 11-fache Urgroßmutter Irmula Straub geborene Krauss wird dort unter Hexenprozesslawine 1615 bis 1616 genannt: In der Hexenprozesslawine von Mai 1615 bis September 1616 gerieten 19 Frauen in den Verdacht des Schadenzaubers und der Hexerei. Zwölf Frauen verloren ihr Leben. -
Judith Stick wurde im Mai gefoltert. Sie war angeblich schon 1589 in Vaihingen in einen Hexenprozess geraten. Sie konnte lesen, schreiben und war in der Bibel versiert. Sie bestand die theologische Befragung durch das Gericht mit Bravour. 15 Zeugen verdächtigten sie des Schadenzaubers. Ein Folterurteil wurde erlassen, doch während der Tortur der kleinen, zierlichen Person zerbrachen mehrere Folterinstrumente. Nach dem Scheitern der ersten Tortur wurde sie auf eine Wiederholung der Folter verklagt. Vergeblich versuchte sie, den Vogt mit 50 Gulden zu bestechen. In der zweiten Folter legte sie ein Geständnis ab und besagte vier weitere Frauen als Hexen: Barbara Ada, Irmula Straub, Katharina Rohr und Katharina Heubacher. Diese gehörte zur Oberschicht, ihr Bruder war mehrmals Bürgermeister und Ratsmitglied. Der Rat zögerte zunächst bei Ermittlungen gegen sie, aber fürchtete den Unmut der Bevölkerung. Alle vier besagten Frauen wurden angeklagt, der Folter unterworfen, zum Geständnis gezwungen und wie Judith Stick hingerichtet..... 1615 Irmula Straub hingerichtet....

Waldburga Pfau wurde am 1.Oktober 1616 hingerichtet. Es war die letzte bekannte Hexenverbrennung in Sindelfingen.
Im Stadtarchiv Sindelfingen befindet sich noch ein großer Teil der Original-Protokolle über die Hexenprozesse und Einzelschicksale.



Auf die Hexenverfolgungen 1615/1616 in den württembergischen Ämtern Dornstetten, Leonberg und Sindelfingen (Sündelfingen) machte eine Hexenzeitung aus Tübingen 1616 aufmerksam: Zwo Hexenzeitung (…) Die ander: Auß dem Hertzogthumb Würtenberg: Wie der Hertzog zu Würtenberg in unterschiedlichen Stätten das Hexenbrennen auch angefangen. DEr Hertzog zu Würtenberg hatt das Hexenbrennen auch angefangen, in den Stätten Dornstatt, Sündelfingen ... weiterlesen bei Wikisource ...


Freitag, 1. Juli 2016

Auf den Spuren der Ahnen - Sommer 2016

Die Reiseliste für dieses Jahr ist abwechslungsreich. Das am weitesten entfernte Ziel sind die Dörfer Egliswil und Seengen am Hallwiler See im schweizerischen Aargau. Von dort sind nach dem 30-jährigen Krieg die Häussermanns eingewandert. Auch Aldingen, der erste Wohnort der 'Hüsermanns' nach der Einwanderung ins Herzogtum Württemberg, steht auf der Liste.
Iptingen, Dürrmenz und wenn ich schon dort bin, besichtige ich auch die Waldenserdörfer Perouse, Pinache und das Waldensermuseum in Ötisheim.
Bei Gingen an der Fils, Kuchen samt der Gaststätte "Deutscher Kaiser" und der Weiler Grünenberg mit dem gleichnamigen Landgasthof kommt Freude auf. Gut, wenn Gastwirte zu den Vorfahren gehören!

 
Grünenberg anno dazumal

Bei den Gasthausbesuchen darf natürlich das Brezelzimmer des Goldenen Löwen in Marbach nicht fehlen. Mein 6-facher Urgroßvater Hans Leonhard Pfuderer kaufte das Gasthaus samt Backstube von Friedrich Schillers Großvater für seinen Sohn, den Bäcker Johann Ludwig.

Die Stadtführung 'Hexenverfolgung in Sindelfingen' wird ins Mittelalter zum vermutlich dunkelsten, traurigsten und deshalb auch spannendsten Kapitel der Sindelfinger Stadtgeschichte führen. Mindestens 17 Frauen wurden bei lebendigem Leibe verbrannt. - Eine der Frauen, deren Leben nach grausamen Folterungen auf dem Scheiterhaufen in Sindelfingen beendet wurde, war meine Vorfahrin Irmula Straub geborene Krauss. Nach einem durch Folter am 4. August 1615 erzwungenen Geständnis wurde Irmula zum Tode verurteilt und im September 1615  auf dem Goldberg hingerichtet.






Freitag, 15. April 2016

Sindelfingen - Türkenhilfe 1545

Die Reichstürkenhilfe war eine Steuer, die für den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs auf dessen Bitten hin von den Reichsständen zur Abwehr der "Türkengefahr" im Rahmen der Türkenkriege aufgebracht wurde. - Auf dem Reichstag 1544 in Speyer wurden dem Kaiser Hilfen für eine Offensive gegen die Osmanen bewilligt.
Die Sindelfinger Steuerliste aus dem Jahr 1545 ist noch erhalten, darin heißt es:
"Hilffgelt wider den Thürcken lut des gehaltenen Reich Tags zu Speir uff Thome Apostoli (21. Dezember) anno '44 durch die vier Verordneten vom Gericht verfertigt."

 
Urkunde der Universitätsbibliothek Heidelberg
Türkensteuer Speyer 1548

In der Steuerliste stehen die Namen meiner Vorfahren und die Höhe der erhobenen Abgabe:
Dionysus Ada - 5 Pfund 14 Schilling 9 Heller
Martin Kalb - 6 Pfund 13 Schilling
Kellermeister Hans Metzel - 8 Pfund 5 Schilling 2 Heller
Hans Schaffhäuser (Schaffhuser, Bürgerm.) - 11 Pfund - 13 Schilling - 9 Heller
Hans Straub (Strub) 3 Pfund 11 Schilling 4 Heller
Michael Aichelin (Michel Eichlin) 2 Pfund 2 Schilling

Den höchsten Betrag für die Türkenhilfe zahlte 1545 Bürgermeister Hans Schaffhäuser. Das bestätigt, dass die Schaffhäusers, wie auch anderen Quellen zufolge, zu den wohlhabenden Sindelfinger Familien zählten.



Montag, 28. März 2016

Reichsstadt Schwäbisch Hall

Reichsstadt, Salzsieder, Freilichtspiele, Kirche St. Michael, Benediktinerkloster Comburg, Reformator Johannes Brenz, Kunsthalle Würth, Johanniterkirche mit der Schutzmantelmadonna von Hans Holbein, Sudhaus, Haller Löwenbräu, Bausparkasse Schwäbisch Hall.... all das fällt mir spontan zur Kreisstadt Schwäbisch Hall ein. - Christliche, weltliche, künstlerische und kulinarische Highlights treffen hier in "Hall" im Hohenloher Land aufeinander. Schwäbisch Hall ist immer wieder einen Besuch wert, zumal die sehr ansprechende Kunsthalle Würth mit den wechselnden Ausstellungen ein "Muss" ist. Die aktuelle Ausstellung erfreut sich großer Beliebtheit bei Alt und Jung:

Wilhelm Busch - was ihn betrifft
Max und Moritz treffen Struwwelpeter

Struwwelpeter und die Lausbuben Max und Moritz


Der Schriftzug an diesem historischen Haus zeigt, wie sich die Schreibweise der Namen immer wieder verändert hat. Der genannte Johannes Brenz (1499 Weil der Stadt - 1570 Stuttgart) wirkte in der Reichsstadt und in Württemberg als Reformator. Johannes Brenz war am 8. November 1568 Gast bei der Hochzeit der Tochter meines 12-fachen Urgroßvaters Michael Krauss in Sindelfingen.


"hier haben gelebt die Gerber: Hans Uysenmenger 1414. Herm. Eysenmenger 1518 ein Ahn Goethes. Katharina Eisenmenger. Caspar Greter 1540 Schwager von Joh. Brenz. Endriss Gretter 1581. Friedr. Gräter 1919"



über die Kocherbrücke Richtung Innenstadt



mittelalterliche Häuserfassade mit dem Kirchturm von St. Michael



Gasthaus "zum Löwen", dahinter das Kunsthaus Würth und das Sudhaus

Flädlessuppe, Steak vom Hohenloher Weiderind oder Medaillons vom Schwäbisch Hällischen Landschwein und dazu ein frisch gezapftes Haller Löwenbräu, perfekter kann ein Ostersonntag in Baden-Württemberg kaum sein.

Bis nach Schwäbisch Hall flüchteten 1693 die Steinheimer Bürger vor dem Überfall der Franzosen, die Häuser plünderten, Städte und Dörfer in Brand setzten. Unter den Flüchtlingen war auch die Familie Trautwein. Am 18. August 1693 ist Sebastian Trautwein, mein 7-facher Urgroßvater, in Schwäbisch Hall geboren. Nach der Rückkehr wurde im Kirchenbuch Steinheim vermerkt: "zu Hall geboren."


Samstag, 5. März 2016

Leonhard Krauth - vom Odenwald zu Sotheby's New York

Leonhard Krauth stammt aus Eberbach im Odenwald, ist dort am 24. Januar 1805 als Sohn des Heubinders Daniel Krauth und seiner Ehefrau Esther Margarethe Stumpf geboren. Er erlernte das Schlosserhandwerk, arbeitete als Werkführer bei der Firma Vetter in Stuttgart, danach war er in Calmbach und Sindelfingen als Uhrmacher tätig. Aus dem Familienregister Sindelfingen geht hervor, dass er als Schlosser und Mechaniker nach Calmbach kam und 2 bis Jahre 3 später als Klein- und Großuhrmacher nach Sindelfingen umgezogen ist.
In der Stuttgarter Sankt Leonhardskirche heiratete Leonhard Krauth am 5. Februar 1837 die Stuttgarterin Margarete Friederike Schleehauf (*1806 – 1882 Birmingham). Vor der Heirat beantragte der Bürger Leonhard Krauth aus dem Großherzogtum Baden die Einbürgerung in das Königreich Württemberg. Darüber gibt es im Landesarchiv Ludwigsburg zwei Archivalien. Die beiden Büschel enthalten u.a. seine Arbeitszeugnisse vom Stuttgarter Hofschlosser Heinrich Loose und von der Stuttgarter Blechwaren- und Löffelfabrik Friedrich Vetter.
Die Kinder Gustav Adolph (1836), August Julius Ernst (1838) und Johann Christian Albert Rudolph (1840) sind in Stuttgart geboren. Von 1841 bis 1843 lebte die Familie Krauth in Calmbach, Oberamt Neuenbürg. Dort erblickte die Tochter Christiane Pauline 1842 das Licht der Welt. Ab 1843 lebte Krauth mit seiner Familie als Klein- und Großuhrmacher in Sindelfingen. Dort wurden die Söhne Christian Friedrich Albert (1845) und Christian Friedrich Theodor (1847) geboren. Am 1. Juni 1880 ist Leonhard Krauth in Sindelfingen verstorben, wenige Wochen später ist seine Witwe mit dem jüngsten Sohn nach Birmingham gereist und dort 1882 verstorben. (aus dem Familienregister Sindelfingen Band 24)
Wir wissen nicht wie viel Uhren Krauth hergestellt hat, drei Uhren sind in den letzten Jahren bei einem Uhrmacher zur Reparatur „gelandet“, zwei davon tauchten auch bei Auktionshäusern auf. Krauth ist in Uhrmacherkreisen ein Unbekannter. Weil er aber technisch aufwendige Klein- und Großuhren herstellte, hat er unsere Neugier geweckt und inzwischen habe ich seinen Ur-Ur-Ur-Urenkel aus England "online" kennengelernt. 
Seit einigen Jahren sind also nur eine Standuhr mit einem Präzisionspendelwerk, eine Biedermeier-Skelett-Uhr und eine Taschenuhr in einer Schnupftabakdose bekannt. Aber vor wenigen Tagen fand ich im Online-Auktionskatalog bei Sotheby’s New York eine weitere Uhr die 2013 versteigert wurde; sie ist der bereits bekannten Uhr in der Schnupftabakdose sehr ähnlich.
Die Standuhr mit dem Präzisionspendelwerk wurde 2011 vom Auktionshaus Crott in Frankfurt angeboten, Schätzpreis 20.000 – 25.000 Euro. Das Alter der Standuhr wurde (irrtümlicherweise) auf 1790 geschätzt: Aufgrund der konstruktiven Details und der räumlichen Nähe Sindelfingens zu Echterdingen kann man bei dieser Uhr davon ausgehen, dass eine enge Verbindung zu Philipp Matthäus Hahn in Echterdingen bestanden haben muss. Es ist zu vermuten, dass Krauth sein Handwerk bei Hahn erlernt hat. – Diese Annahme wird durch das Geburtsjahr 1805 widerlegt und der berühmte Philipp Matthäus Hahn lebte von 1739 bis 1790.

 

Auktionshaus Crott - Präzisionspendeluhr in Nußbaumgehäuse
- besitzt ein Sammler in Norddeutschland - 


Die Biedermeier-Skelett-Uhr unter Glassturz wurde 2004 im Auktionshaus Nagel in Stuttgart für 1.600 Euro versteigert. Die Beschreibung im Auktionskatalog lautete: lyraförmiger Messingfuß auf ovalem Sockel mit Scherenhemmung, großem Stiftenrad, eigenwilliger Schlagwerkskonstruktion mit Tonfeder im Sockel. Höhe 51 cm, Schätzpreis 1.400 Euro / deutsch, um 1830, Bez. „L.Krauth, Sindelfingen“



Auktionshaus Nagel - Biedermeier-Skelett-Uhr
- besitzt ein Sammler in Süddeutschland -

Sotheby’s in New York versteigerte im Jahr 2013 bei der Auktion „Important Watches and Clocks“ ein Konvolut mit two snuff boxes with concealed watches für 5.625 US-Dollar. Eine dieser in Schnupftabakdosen verborgenen Uhren ist von L. Krauth: silver gilt, late 19th century, of rectangular form, the lid opens to reveal the movement, lever escapement below a white enamel dial, Roman numerals, the plates engraved with scrolls all visible through a glazed shaped opening,  the box decorated  with scrolls over engine-turned ground, lenghts 70 mm.


Sotheby's New York: snuff box with a concealed watch
weitere Fotos zu dieser Uhr bei  1stdibs.com



Taschenuhr in einer Schnupftabakdose
- besitzt ein Sammler in Süddeutschland - 



Signatur "L. Krauth"


Leonhard Krauth war ein talentierter Uhrmacher und dennoch ist er in Fachkreisen ein Unbekannter. Einem seit über 4 Jahrzehnten tätigen Uhren-Auktionator ist Leonhard Krauth kein Begriff. Er erscheint auch nicht in dem Buch "Watchmakers & Clockmakers of the World", aber seine Söhne in Birmingham und Quebec/Montreal werden genannt. Auch die irrtümliche Verbindung zu Philipp Matthäus Hahn aufgrund der konstruktiven Details der Standuhr gibt Rätsel auf.
Möglich ist, dass Leonhard Krauth, der in seinen ersten Ehejahren in der Stuttgarter Torstraße wohnte, bei den Söhnen von Philipp Matthäus Hahn und/oder bei dem späteren Werkstattinhaber August Bacher gearbeitet und sich dort das Uhrmacherhandwerk angeeignet hat. Nach dem Tod des Vaters (1790) haben die Gebrüder Hahn in der benachbarten Eberhardstraße 37 (früher: Langer Graben 365) eine Uhrenwerkstatt eröffnet. Sie konzentrierten sich hauptsächlich auf die Konstruktion und Wartung von Uhren, vor allem von Taschenuhren. Uhrmacher August Bacher übernahm die Werkstatt nach dem Tod von Hahn im Jahr 1833. Aus einem Katalog des Auktionshauses Dr. Crott: We know of several high quality watches made by Bacher, some of which have been created in the tradition of Hahn. - Damit ist dann auch geklärt weshalb die Standuhr ursprünglich älter geschätzt wurde und eine enge Verbindung zu dem berühmten Philipp Matthäus Hahn angenommen wurde.
Die Recherchen zusammen mit einem Uhrmacher und einem Ur-Ur-Ur-Urenkel von Leonhard Krauth, der in England lebt, ergeben einen guten Einblick in das Leben und Wirken des Uhrmachers Leonhard Krauth.
Vielleicht ist Irgendjemand draußen in der Welt der auch nach Leonhard Krauth sucht, der mit Leonhard Krauth verwandt ist oder weiteres Wissen über den Uhrmacher hat; der/die möge sich doch bitte mit mir in Verbindung setzen.

Irgendwie beneide ich die Krauths (Ur-Ur-Ur-Enkel, Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel und Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel) wenn sie in Kürze nach Deutschland kommen um eine vor mehr als 150 Jahren angefertigte Kaminuhr ihres Vorfahren im Original bewundern zu können. - Für mich ist das dann der Tag wo ich sagen kann: Well done, eine wirklich gelungene Zusammenarbeit vom Badischen, über Württemberg bis nach England !

(aktualisiert Juli 2018)

Samstag, 30. Januar 2016

Urlaubsmesse CMT & meine Vorfahren

Auf der CMT in Stuttgart, der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, 'stolperte' ich doch über das Haus meiner Vorfahren in Sindelfingen. Am Infostand der Stadt Sindelfingen gab es einen 'Stadtplan mit Altstadtrundgang', zu dem auch das Haus der Schaffhäusers gehört.

 
Am  Rundgang durch die Sindelfinger Altstadt liegt das Chorherrengehöft, die Propstei mit Klosterbibliothek, die Stiftskirche St.Martin, das Webereimuseum, die Gaststätte Drei Mohren erbaut 1714, das Storchenhaus, das Schultheißen-Wohnhaus, die Historische Badstube, das Alte Rathaus, das Salzhaus und das Haus der Familie Schaffhäuser in der Hinteren Gasse 9.
 


Das Gehöft mit dem 'Haus am Hexensprung' besteht aus dem 1475 errichteten Wohnhaus, einem Anbau von 1506 und einer Doppelscheune mit spätmittelalterlichem Kern. Das Anwesen ist eine der letzten anschaulich überlieferten spätmittelalterlichen Hofanlagen in der Altstadt von Sindelfingen.
Der Anbau über schiefwinkeligem Grundriss, mit überbauter Durchfahrt an der südlichen Traufseite zur Martinsgasse, wurde 1506 errichtet. Die historische innerstädtische Hofanlage ist als Sachgesamtheit ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung.

Montag, 16. November 2015

1910 - Haus am Hexensprung - 2014

Die Familie Schaffhäuser, Vorfahren mütterlicherseits, lebte in Sindelfingen. In den mittelalterlichen Gässchen der ehemaligen Reichsstadt stehen noch einige restaurierte Wohnhäuser meiner Vorfahren. Das markanteste Gebäude ist das Haus am Hexensprungerbaut um 1475 von Michael Schaffhäuser. Ein Zufallsfund ist diese alte Postkarte aus dem Jahr 1910 mit dem Haus am Hexensprung. Vergleicht man die mehr als 100 Jahre alte Postkarte mit meinem Foto aus dem vergangenen Jahr, so stellt man drum herum Veränderungen fest, aber die Struktur des Hauses blieb erhalten.

 
 
Haus am Hexensprung ann0 1910


Haus am Hexensprung anno 2014





Montag, 15. Dezember 2014

Armer Konrad

Im Laufe dieses Jahres recherchierte ich in Sindelfingen über die Familie Schaffhäuser mit ihrem "Rebellen" Hans Schaffhäuser, beteiligte mich wegen ihm, meinem 13-fachen Urgroßvater, an dem Projekt Mail-Art für den "Armen Konrad" und las den dazu passenden historischen Roman "Armer Konrad" von Jürgen Seibold.


Der "Konrad" genoss internationale Aufmerksamkeit, bei der Ausstellung der Mail-Art in Beutelsbach fand ich meinen Beitrag "Zur Erinnerung" neben dem Brief eines japanischen Künstlers wieder.


Zu Beginn des neuen Jahres macht die Wanderausstellung Der ‚Arme Konrad‘ vor Gericht. Verhöre, Sprüche und Lieder in Württemberg 1514  des Landesarchivs Baden-Württemberg Station in der Volksbank Marbach.



Freitag, 27. Juni 2014

Sindelfingen - back to the roots

Ein Besuch der Sindelfinger Altstadt war längst überfällig. Die Vorfahren waren "datenmäßig" bis ins 15. Jahrhundert erforscht, jetzt wollte ich auch sehen wo die Schaffhäusers, die Körners, die Metzels, die Jelins gelebt haben und wo das "Krumme Martins Gäßlin" ist.
Erstaunlicherweise sind viele Wohnplätze der Sindelfinger Vorfahren heute noch vorhanden. Die zahlreichen mittelalterlichen Fachwerkhäuser in den engen Gassen der Altstadt sind sehr gut erhalten.


Stadtmuseum Sindelfingen



Haus am Hexensprung - Heimat der Familie Schaffhäuser



in der Turmgasse wohnte mein bisher ältester namentlich 
bekannte Vorfahre Conrad Metzel (*1430 +1495)

Samstag, 8. März 2014

Hans Schaffhäuser & der "Arme Konrad"

Über meinen 13-fach Urgoßvater Hans Schaffhäuser - Bauer, Müller und Bürgermeister in Sindelfingen - wird berichtet, dass er "Teilnehmer am Aufstand des Armen Konrad" war. Hans Schaffhäuser flüchtete zunächst in die Schweiz, wurde bei seiner Rückkehr ins Böblinger Gefängnis geworfen "und am Vermögen von 863 fl (Gulden) bestraft."

Im Jahr 1514 erhoben sich im gesamten Herzogtum Württemberg Untertanen gegen ihre rechtmäßige Herrschaft. Motor des Widerstands war der ‚Arme Konrad‘, eine zunächst im Untergrund agierende, überständisch organisierte Gruppe von  Unzufriedenen. Durch die Verbindung von bäuerlichem und städtischem Protest, seine räumliche Ausweitung und seine Bedrohlichkeit für die bestehende Herrschafts- und Gesellschaftsordnung, gehört der ‚Aufstand des Armen Konrad‘ zu den bedeutendsten Ereignissen der württembergischen Landesgeschichte.



Im Staatsarchiv Stuttgart beginnt am 20. Mai 2014 die Ausstellung Der "Arme Konrad" vor Gericht.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Urahnenurgroßeltern - 18. Ahnenreihe

Immer wenn man meint es geht nichts mehr.... kommt eine neue Ahnenreihe daher. Auch wenn es nur ein Vorfahre ist - einer aus 262.144 in seiner Ahnenreihe - ist es ein weiterer Schritt in die Vergangenheit.

393.336 - METZEL, Conrad - Bauer (*um 1430 / + Sindelfingen) Bürger in Sindelfingen, 1483 kauft er bei Auflösung des 2. Probsthofes einen Teil, 1494 war er im Gericht, 1495 wohnt er in der Turmgasse 4, er ist Inhaber des 12. Lehens


Dienstag, 25. Februar 2014

Sindelfingen - Haus am Hexensprung



Haus am Hexensprung, Hintere Gasse 9 in Sindelfingen 

Michael Schaffhäuser hat vermutlich das "Haus am Hexensprung" gebaut, 1495 wird er als Eigentümer dieses Hauses genannt. Schaffhäuser war Bürgermeister (Schultheiß) in Sindelfingen und er ist mein 14-facher Urgroßvater. 

Das "Haus am Hexensprung" ist ein schönes Beispiel für die mittelalterlichen Häuser in der Sindelfinger Altstadt. Zeitweise wurde das Haus von der reichen Sindelfinger Bauernfamilie bewohnt. Mit der Hexenverfolgung in Sindelfingen hat das Haus allerdings nichts zu tun, es hat seinen Namen erst seit dem 19.Jahrhundert, vermutlich wegen dem schiefwinkligen Anbau.

Im 16. und 17. Jahrhundert litt auch Sindelfingen unter dem europaweiten Hexenwahn. Die verurteilten Frauen wurden öffentlich bei lebendigem Leib verbrannt. Die meisten angeklagten Frauen stammten aus der mittellosen Unterschicht, vereinzelt richteten sich Prozesse auch gegen besser gestellte Familien. 1563 wurde Anna Krumm, die Frau des sehr wohlhabenden Bürgermeisters verurteilt und hingerichtet. Die Zeit der schlimmsten Hexenverfolgungen war von 1600 - 1616 während der Amtszeit des Vogtes Wendel von Maur, der sich als besonders fanatischer Hexenjäger hervor tat.

Irmula Krauss, meine 11-fach Urgroßmutter aus Sindelfingen, wurde 1615 als Hexe hingerichtet. Der Hexerei wurde sie erstmals 1609 bezichtigt, allerdings davor schon lange Zeit verdächtigt. Sie wurde 1611 erneut beschuldigt, verhaftet und wieder freigelassen. 1615 wurde sie wieder der Hexerei bezichtigt - unter anderem von ihrem Sohn - und verhaftet. Aufgrund ihres Geständnisses vom 4. August 1615 wurde Irmela zum Tode verurteilt und im September 1615 hingerichtet.


Mittwoch, 29. Mai 2013

Hier sind wir zuhause .....


Burg Lichtenberg - Oberstenfeld

"Bisch aber ned arg weit her" würde ich meinen Vorfahren antworten, wenn sie mir sagen würden, wo sie geboren sind und wo sie gelebt haben.
Sie stammen alle aus dem Württembergischen *) - aus dem Land der Dichter, Denker und Tüftler. Einer der Urgroßväter soll in Amerika gewesen sein und mit einer großen Summe Bargeld nach Hause gekommen sein, woher das Geld stammte konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Er sei aber bald darauf gestorben, was wiederum als "Fluch" gesehen wurde.

Abstatt, Affalterbach, Aldingen, Allmersbach, Althütte, Ammertsweiler, Backnang, Bad Cannstatt, Bartenbach, Beilstein, Besigheim, Bittenfeld, Bönnigheim, Bubenorbis, Burgstall, Dauernberg, Dettingen, Döffingen, Egliswil (Schweiz), Einöd, Endersbach, Erdmannhausen, Erlach, Ettlenschieß, Eutendorf, Frühmeßhof, Gerstetten, Gronau, Großaspach, Großbottwar, Hetzelhof, Hankertsmühle, Heidenhof, Hessigheim, Hintervöhrenberg, Heutenburg, Hof und Lembach, Höpfigheim, Ilsfeld, Kaisersbach (Murrhardt), Kirchberg, Kleinaspach, Kleinbottwar, Kleinheppach, Kleiningersheim, Klingen, Kurzach, Lautern, Lehrhof, Leonberg, Maichingen, Mainhardt, Marbach, Mundelsheim, Murr, Neenstetten, Nassach, Oberbrüden, Oberstenfeld, Oppenweiler, Ottenbronn, Pleidelsheim, Prevorst, Renningen, Riegenhof, Rielingshausen, Schwäbisch Hall, Sechselberg, Seengen (Schweiz), Siegelhausen, Sindelfingen, Sinzenburg, Söhnstetten, Sommenhardt, Spechtshof, Steinächle, Steinheim, Strümpfelbach, Sulzbach, Türkheim, Weiler zum Stein, Vöhrenberg, Wendlingen, Winzerhausen, Witzmannsweiler (Witzlisweiler), Wolfsölden, Württemberger Hof und Wüstenrot sind die Städtchen, Dörfer und Weiler in denen meine Vorfahren gelebt haben.

*) PS Mai 2015: inzwischen kam noch die aus der Schweiz stammende Familie von Husern, die sich später Häussermann nannte, hinzu. Also nicht mehr ganz württembergisch !