"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt

Montag, 20. Juli 2015

Bottwartal - Burg Lichtenberg

Die wohl bekannteste und markanteste Burg im Bottwartal ist die 800 Jahre alte Burg Lichtenberg. Im Sommer führt der Burgherr seine Gäste selbst durch Hof, Kapelle, Garten und Gemächer samt Ahnengalerie. In der 1,5 Stunden dauernden Führung erfährt man sehr viel über die württembergische Geschichte, über die verschiedenen Besitzer der Burg und die Anekdote, wie seine Mutter im April 1945, die in vielen Jahrhunderten unversehrte Burg, vor dem Angriff der amerikanischen Armee schützte. Nach dem sehr kurzweiligen Rundgang lässt der Herr Baron im Innenhof der Burg schwäbische Butterbrezeln mit Riesling servieren.
 
 
Bergfried der Burg Lichtenberg 

 
Hier fuhren einst Kutschen ein und aus. 

 
Glockenturm

 
Wohnräume zum Innenhof

 
ein halbes Jahrtausend alt

 
Abendmahl
eine der Fresken in der Burgkapelle

 
Blick ins Bottwartal

 
Diese Schießscharte hat zum Glück längst ausgedient.
 
 
Weitere Informationen über die Geschichte des Lichtenbergs und seiner heutigen Nutzung:

Freitag, 17. Juli 2015

Parforcejäger Jean Jacques Chastignieur

Maria Magdalena Halbmayer (1686 - 1711), Tochter meines 7-fachen Urgroßvaters Valentin Halbmayer, heiratete 1707 den Steinheimer Philipp Ulrich Chastignieur (1684 - 1761). Im Familienregister von Murr ist die Hochzeit eingetragen. Beim Vater des Bräutigams, Johann Jakob Chastignieur, steht noch diese Bemerkung: Herz. Württ parforce Meisterjäger z. Steinheim.
Johann Jakob bzw. Jean Jacques ist 1631 in Orléans geboren. Er heiratete 1667 Agnes Marie Wieland aus Unterweissach (Rems-Murr-Kreis). Ihr Großvater, der Stuttgarter Johann Bernhard Varnbühler, war Klosterpräzeptor in Hirsau, Diakon in Stuttgart und Dekan in Markgröningen.
 
 
 

Die Parforcejagd (par force = mit Kraft), oft auch als französische Jagd bezeichnet, ist die Hetzjagd zu Pferde mit einer Hundemeute. Diese Jagdmethode entstammte dem Orient und wurde auch bereits im frühen Mittelalter in Europa ausgeübt. Jedoch wurde insbesondere unter Ludwig XIV von Frankreich diese Jagd zur barocken Prunkjagd weiter geführt. Im Gegensatz zu den früheren Jagden, bei denen es vor allem auf die Menge des erlegten Wildes ankam, wird bei der Parforcejagd gezielt nur auf ein bestimmtes Stück Wild (meist Hirsch) gejagt. Da Frankreich zu dieser Zeit in vielen Belangen als Vorbild für andere europäische Höfe diente, wurde auch die Parforcejagd von vielen Herrschaftshäusern als Gesellschaftsjagd praktiziert.


Donnerstag, 16. Juli 2015

Familienforschung mit Archion

Mit Archion können Sie jetzt online in Kirchenbüchern forschen. Die Originalkirchenbücher werden nach und nach eingestellt. Um das Portal zu nutzen, sollten Sie die alte deutsche Handschrift lesen können.
Aus dem Dekanat Marbach ist bereits ein großer Teil der Kirchenbücher aus Abstatt, Höpfigheim, Kleinbottwar, Marbach, Murr, Oberstenfeld, Rielingshausen und Steinheim online.

 
Die Nutzung ist kostenpflichtig. Ich teste das Portal zur Zeit zum Monatspreis von 19,90 Euro. Bei diesem Preis sind 50 Downloads enthalten.
 
 
 
 

Montag, 13. Juli 2015

Michael Irion - Familienwappen

 
 
 
Michael Irion, mein 5-facher Urgroßvater "von Thalheim, Tuttlinger Ober-Amth gebürtig", heiratete am 28. April 1761 die Höpfigheimerin Catharina Glunz. Michael Irion war beim Herzoglichen Gens d'Armes Regiment.
 
Die Familie Irion (auch Gürion, Jürion, Gyrion oder Cirion genannt) hatte ein Wappen. Wie aus dem Wappen hervorgeht, war es eine bäuerliche Familie, vor der Reformation waren sie katholisch. Über dem Wappenschild wacht der Heilige Gereon und segnet die Waffen und das Brot. 
 
 
 
 Am 4. März 1764 ließen "Ihrions Michael und sein Weib Catharina" ein Inventarium (Vermögensverzeichnis) erstellen.



Montag, 29. Juni 2015

Murr - Dornhan - Bessarabien - Dakota

Agnes Muzenberger, geboren am 16. März 1711 in Murr, ist eine meiner Vorfahren. Ihr Vater und ihr Großvater hießen Johann, mehr wusste ich nicht über die Muzenbergers aus Murr.
Die Suche bei Google begann, ich "landete" in North Dakota, USA, auf der Webseite "GRHC - Germans from Russia Heritage Collection" und finde dort die Geschichte "Journey to the Homeland Tour 2007" mit Fotos aus Murr und lese dort: Visiting Murr, North Stuttgart Germany, ancestral home of the Mutzenberger Family before immigrating to Friedenstal, Bessarabia. 
Die Mu(t)zenbergers folgten also auch dem Angebot der Zarin für ein Leben in einer besseren Welt.

Auf der Facebookseite von GRHC wird die 10. Ausgabe der "Eisenbeiss Family History & Genealogy" vorgestellt: Im Jahr 1805 ist Bernhard Eisenbeiß von Dornhan im Schwarzwald nach Glückstal, Südrussland emigriert. Die ersten Eisenbeiß-Familien ließen sich in den ersten 1890ern in Freeman, Süddakota nieder. Um 1900 kamen Eisenbeiß-Familien aus Hoffnungstal, Bessarabien nach Java, Süddakota und nach Martin in Norddakota.


Den Familiennamen Eisenbeiß aus dem Schwarzwald kenne ich von meiner Suche nach den Wurzeln einer deutsch-russischen Freundin. Sie stammt von diesen Eisenbeiß ab, andere Vorfahren von ihr wanderten etwa zur selben Zeit von Flein und Gemmrigheim in das gelobte Land im Osten aus. Ihr Vater wurde nach dem 2. Weltkrieg nach Kirgisien verschleppt, arbeitete im Uranabbau und kam Anfang der 1990er nach Deutschland, meine Freundin kam einige Jahre später in die Heimat ihrer Vorfahren.

Alle 3 Jahre treffen sich die Nachfahren der Eisenbeißfamilie, 2016 ist das nächste Treffen in Aberdeen, Süddakota. Deutsche Koch- und Backrezepte sind sehr gefragt bei den German Russians. Sie sammeln Rezepte und alte Kochbücher, veranstalten Backkurse und auch beim Familientreffen ist der Kuchen wichtig. Clyde Eisenbeis sagte über die Eisenbeiß (eyes-en-byes): A Person or persons. who gather every three years to eat kuchen, talk, dance, reminisce, talk, eat, talk about eating and eat while they talk.
Der Kommentar anlässlich eines Todesfalles, zeigt nicht nur die Wichtigkeit des Kuchens sondern auch, dass die Eisenbeiß ein sehr humorvolles Völkchen sind und genaue Vorstellungen haben wie das Wiedersehen im Himmel mit den bereits Verstorbenen ist : I'm sure they welcomed him with hugs, sauerkraut, beer, and kuchen!

  

Donnerstag, 25. Juni 2015

Wetzsteinstollen im Juxwald

Was ist ein Wetzstein? - Fragen Sie mal einen Jugendlichen danach.... schweigen. In meinen Kindertagen auf dem Lande ein allseits bekannter Gegenstand.
Defintion von Wikipedia: Ein Wetzstein ist ein aus mineralischen Bestandteilen zusammengesetzter flacher Stein zum Schleifen und Schärfen von Werkzeugen bzw. Klingen, insbesondere von Sensen, Sicheln oder Messern. 

Bereits im ausgehenden Mittelalter wurden im "Juxwald" bei Spiegelberg Steinschichten abgebaut, die sich zur Herstellung dieser überaus begehrten Schleifwerkzeuge eigneten.

 
anno 1920 - am Wetzsteinstollen im Juxwald
 
 
Der alte Wetzsteinstollen wurde aus dem Dornröschenschlaf erweckt, 2001 wurde mit der Freilegung des alten Stollens begonnen, der Wetzsteinstollen ist heute ein Besucherbergwerk.
Von Mai bis Oktober, jeweils am 1. und 4. Sonntag des Monats, kann der Wetzsteinstollen besichtigt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite "Wetzsteinstollen": www.wetzsteinstollen.de
 
Der Wetzsteinstollen liegt am nördlichen Hang in einem Seitental des Lautertales, das die Winterlauter durchfließt. Südlich der Winterlauter stand einst der Hetzelhof der Familie Schuster, meine Vorfahren mütterlicherseits.
 
 
 
gut gewetzt ist halb gemäht


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