"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt

Mittwoch, 12. April 2017

Post aus Old Louisville Kentucky, USA

Im Jahr 1831 sind Johann Friedrich Arnold und seine Ehefrau Christina Philippina Zundel von Neckarwestheim über Frankreich nach Indiana, USA ausgewandert. 
John Friedrich ist der Ur-Urenkel vom Murrer Ochsenwirt Hans Leonhard Pfuderer (1687 Bartenbach - 1763 Murr).


Louisville, Kentucky anno 1876

In USA ist es weit verbreitet, dass die Nachfahren der Auswanderer nach ihren europäischen Wurzeln suchen. Auch Lonnie aus Old Louisville, ein Nachfahre der Neckarwestheimer Auswanderer, sucht seit vielen Jahren nach seinen Vorfahren in Good Old Germany.
Dass er bei der Suche auf meinen Online-Stammbaum traf und mir geschrieben hat war ein Glückstreffer, dadurch kann er seinen Stammbaum um einige Vorfahren ergänzen, zurück bis 1516 in die Hankertsmühle zu Leonhard Klenk.

Welcome in the family, Lonnie !

Dienstag, 11. April 2017

Die schöne Ulmerin - Michel Erhart


Nach über 50 Jahren geht es bald wieder nach Ulm. Als Kind habe ich mit meinem Vater den Turm des Ulmer Münsters erklommen. Das Ulmer Münster ist die größte evangelische Kirche in Deutschland, der 1890 vollendete 161,53 Meter hohe Turm ist der höchste Turm der Welt.
Damals wusste ich nicht, dass meine Vorfahren in der freien Reichsstadt bedeutende Spuren hinterlassen haben. In Ulm lebten und wirkten sie als Zuckerbäcker, Zunftbäcker, Münsterbauer und Holzbildhauer.
Eines der Kunstwerke meines 16-fachen Urgroßvaters Michel Erhart (*um 1445 Ulm) ist die "Schöne Ulmerin" im Ulmer Museum


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"Schöne Ulmerin"
Reliquienbüste der Heiligen Maria Magdalena

Außer dem Ulmer Museum stehen weitere interessante "Plätze" auf der Liste: das Brotmuseum in der Salzstadelgasse, die Zuckerbrotbäckerei Kaiser in der Herrenkellergasse, das Ulmer Münster und das Schneiderdenkmal an der Bastei.
Kaffeepause ist im Café Mohrenköpfle mit einem kalorienreichen Angebot wie Ulmer Münsterspitzen, Ulmer Gulden und Ulmer Spatzen aus Schokolade und Marzipan. Und vielleicht reicht es am Ende der "Ulm-Tour" noch für ein Fischgericht im Restaurant "Zur Forelle." Das "Zunfthaus der Schiffleute" wäre aber auch eine Einkehrmöglichkeit, denn mein Vorfahre Hans Held (*um 1600) war Schiffmann auf der Donau.

Ulmer Gulden
Schokoladen-Nachbildung des »Ulmer Gulden« (Silbergeld der freien Reichsstadt Ulm) von 1704 mit der Inschrift: »Moneta Argent Reip Ulmensis«
  




Montag, 10. April 2017

Martin Luther und die Hexenverbrennung

Noch druckfrisch habe ich das neueste Buch von Dr. Heiner Geißler gelesen, innerhalb weniger Tage wurde es zum SPIEGEL Bestseller.

 
Kann man noch Christ sein,
wenn man an Gott zweifeln muss?
 
 
Er hat lange gezweifelt, ob er dieses Buch schreiben soll. Danke Herr Geißler, dass Sie doch den Mut hatten, denn Sie treffen mit Ihrer Frage "Wenn es einen Gott gibt, warum ist die Welt dann voller Katastrophen, Krankheiten und Kriege?" genau das Thema, dass immer mehr Menschen beschäftigt. Die Veröffentlichung seines Buches passt perfekt ins Lutherjahr.
 
Deutschland feiert ein Jahr lang Martin Luther und gönnt sich noch den Luxus das Reformationfest einmalig als arbeitsfreien Tag zu begehen. Martin Luther an allen Ecken und Enden, in jedem Buchladen türmen sich Bücher und Sonderhefte über den Reformator.
 
Aber von Luther sind mehr als 30 Hexenpredigten überliefert. Er glaubte an die Existenz von Hexen und forderte entschieden deren Verfolgung und Hinrichtung.
Die weltliche Obrigkeit wurde von Luther ausdrücklich dazu aufgefordert, die angeblichen Hexen schärfer zu bestrafen. Regierende in lutherischen Fürstentümern und Städten, Juristen und Theologen sind ihm darin gefolgt. In der Folge führten viele Fürsten, Territorien und Städte umfangreiche Hexenverfolgungen durch.

Heiner Geißler fragt "Wer trägt nun die Verantwortung für dieses Leid, für die Hexenverbrennung im Namen Gottes? - Ein Gott müsste auf die Schicksale und Geschichten der Menschen einwirken können. Entweder es gibt ihn und er tut es nicht, weil er nicht kann und nicht will - dann ist dies nicht ein Gott des Evangeliums - oder es gibt ihn nicht."
 
Meine 11-fache Urgroßmutter Irmula Straub geb. Krauss wurde 1615 in Sindelfingen als Hexe hingerichtet. Gerade deshalb interessiert mich dieses Thema in Zusammenhang mit dem landauf und landab gefeierten Reformator Martin Luther.
 
In Hexenpredigten schürten auch andere Theologen die Hexenangst und riefen zur Verfolgung von Hexen auf.
Luther forderte nicht nur die Tötung der Hexen, sondern auch mehrfach deren Folter und Feuertod, und das nicht nur für Schadenszauber, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Teufel haben, ohne jeglichen Schaden anzurichten. Die enorme Vergrößerung des Kreises der potentiellen Angeklagten durch die Kriminalisierung des Aberglaubens war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu den epidemischen Hexenverfolgungen der kommenden Jahrzehnte.

Und die Evangelische Kirche feiert ein ganzes Jahr lang ihren Luther und verdrängt auch diese Schandtaten, wie viele andere in den vergangenen Jahrhunderten. Aber wo bleibt dazu der Aufschrei unserer Profi-Feministinnen?

Zwischen 1450 und 1700 fand die große europäische Hexenjagd statt, ihren Höhepnkt erreichte sie zwischen 1550 und 1680. Von Schottland bis Siebenbürgen und von Spanien bis Finnland wurden Tausende Frauen systematisch gefoltert, hingerichtet, vorwiegend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Missbrauch im Namen Gottes ist kein "Privileg" vergangener Jahrhunderte. Er ist hochmodern..... (Heiner Geißler)



Freitag, 24. März 2017

Eberhard von Nellenburg

Mit meiner Ahnenforschung bin ich bei Eberhard von Nellenburg (*um 1120) angekommen. Eberhard ist mein 27-facher Urgroßvater.
Die Grafen von Nellenburg waren ein bedeutendes Adelsgeschlecht in Südwestdeutschland und der Nordschweiz.


 
 
Wappen der Grafen von Nellenburg
 



Freitag, 10. März 2017

Dannhof - Tannenhof - Ferrebergerhoff - Hintervöhrenberg

Dannhof, Tannenhof, Verherberg und Ferrebergerhoff sind die alten Namen für den Weiler Hintervöhrenberg bei Kleinaspach. Heute stehen dort nur wenige Häuser und Scheunen, vor 300 Jahren war es ein Einzelhof. Dass von dem Tannenhof Vorfahren stammen, weiß ich erst jetzt nach dem die Kirchenbücher des Dekanats Backnang online sind.
 

Ferrebergerhoff anno 1686 - Forstlagerbuch Andreas Kieser
 
Der Wohnplatz Verherberg wurde 1357 erstmals erwähnt, als er mit Lichtenberg damals zu Württemberg kam. 1492 sind "bayd Verherberg", also Vorder- und Hintervöhrenberg, als Amtsorte von Kleinaspach genannt. Ursprünglich war es ein einzelner Hof, um 1700 auch Dannhof genannt. (leo-bw.de)
 
Hans Michael Klinger (*um 1683), mein 7-facher Urgroßvater, ist 1751 im Alter von 68 Jahren auf dem Tannenhof verstorben. Verheiratet war er mit Anna Barbara Roh (*1685) aus dem benachbarten Weiler Einöd. Ihr Vater Clauß war "Müller zu Einödt".

Durch die Einsicht der Kirchenbücher und Familienregister hat sich mein Stammbaum um viele Vorfahren meiner Ur-Urgroßmutte Maria Magdalena Schöffler (*1864) aus Einöd, die 1885 Ludwig Friedrich Bauer aus Steinheim geheiratet hat, vergrößert.

 
Maria Magdalene Bauer geb. Schöffler mit ihren Töchtern
und ihren Enkeln am Grab ihres Ehemannes Ludwig Friedrich.

 

 


Montag, 6. Februar 2017

Belrein von Eselsberg & Agnes von Bilversheim

Findet man auf unserem Planeten noch "Spuren" von seinen 24-fachen Urgroßeltern? Es sind nicht nur Spuren, es ist sogar das kleine Zisterzienserkloster Rechentshofen, das meine Vorfahren Belrein und Agnes um 1240 gegründet haben. Das abseits der Straße nach Häfnerhaslach gelegene ehemalige Nonnenkloster, seit gut 200 Jahren im Besitz des Hauses Württemberg, war in den vergangenen Monaten in den Schlagzeilen verschiedener Lokalzeitungen. Das Haus Württemberg bot das renovierungsbedürftige Kloster samt den dazugehörigen landwirtschaftlichen Nebengebäuden zum Verkauf an. Von etwa 30 Interessenten blieb am Ende nur ein Unternehmer aus Brackenheim übrig, der die Domäne Rechentshofen als Familiensitz nutzen wird.
Bevor Handwerker mit den Baumaschinen tätig werden habe ich das von der Hofkammer des Hauses Württemberg verkaufte Anwesen besichtigt. Leider nur außen, zu gern hätte ich einen Blick in die verschlossene Klosterkirche geworfen, in der meine Vorfahren bestattet wurden.

 
"Betreten und Befahren für Unbefugte verboten" - erlauben mir meine Vorfahren einen Blick auf die Klosteranlage zu werfen?
 
 
Eingang zum Klosterhof

 
Eingang zum Kloster

 
ein undefinierbares "Tier" an der großen Fassade
 
 
Brunnen mit Nebengebäude

 
das einzige Steinmetzkunstwerk das ich finden konnte,
leider sah ich keine Kopfsteine mit Initialen & Jahreszahlen

 
wann wurde diese alte Türe wohl zuletzt benützt ?

 
uralter dekorativer Eisenzaun um den Klostergarten herum
 
 
Belrein und Agnes lebten auf der benachbarten Eselsburg. Die Burganlage bestand ursprünglich aus einer ovalen Burg mit tiefem Ringgraben und vorgelegten Wällen, heute sind nur noch wenige Reste erhalten. Auf dem Fundament des Bergfrieds steht heute ein hölzerner Turm. Im Wald befindet sich noch der alte Burgbrunnen. (burgenarchiv.de) 

 

 
rekonstruierte Burg auf dem Eselsberg
 
 
 

Freitag, 3. Februar 2017

Musée du Louvre - La Belle Allemande

Als die Franzosen 1902 die lebensgroße Lindenholzfigur für den Pariser Louvre ankauften, nannten sie sie Eva und tauften den Künstler 'Meister der schönen Deutschen'. Inzwischen hat sich der Meister als Gregor Erhart (1470 Ulm - 1540 Augsburg) entpuppt und aus der schönen Eva ist eine - der Gebetsgestus verrät es - Heilige geworden, die Heilige Maria-Magdalena. Gregor Erhart, Mitglied der Ulmer Schule bewies mit ihr, dass er der erste Bildhauer nördlich der Alpen war, der die Kunstgriffe der Renaissance meisterte.
Gregor Erhart ist der Bruder meiner 15-fachen Urgroßmutter Afra Erhart. Vater Michel Erhart war im späten 15. Jahrhundert der bekannteste und meistbeschäftigte Ulmer Bildhauer, seine Wanderjahre führten ihn über Konstanz bis in die Niederlande. 



Musée du Louvre - La Belle Allemande
 
Im vergangenen Jahr tauchte im Ulmer Museum eine Liste mit einem brisanten Vermerk auf: "Vorbereitung" zur Beschlagnahme Ulmer Kunst im Besitz von "besiegten Feindstaaten". Innen liegen elf Seiten mit einer Zusammenstellung "der wichtigsten im Besitze Frankreichs und Englands befindlichen Ulmischen und Oberschwäbischen Altertümer", bedeutender Kunstwerke, Medaillen und Bücher Ulmer Herkunft. Datiert ist das Ganze auf den 8.7.1940, unterzeichnet vom damaligen Direktor Carl Kraus. Adressat unbekannt. - Platz eins auf Carl Kraus’ Liste, Gregor Erharts "La Belle Allemande“. Doch passiert ist nichts.
"La Belle Allemande" ist Frankreich doch noch abhanden gekommen, Generalfeldmarschall Hermann Göring hat sie später durch einen Tausch erzwungen, 1945 wurde sie zurückgegeben und ist jetzt wieder da, wo sie hingehört - im Musée du Louvre in Paris.