"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." - Wilhelm von Humboldt

Mittwoch, 10. Juli 2013

Die Kurzacher Madonna

Das Rätsel um die geheimnisvolle steinerne Dame auf dem Kurzacher Sattel ist gelüftet.


Von der Dorfgemeinschaft Kurzach erhielt 1989 der bekannte Steinmetz und Bildhauer Berthold Teske - heute wohnhaft in Kremmen (Brandenburg) - den Auftrag einen Dorfbrunnen für den Dorfplatz zu gestalten. Schnell wurde ein scheinbar geeigneter Steinbrocken (15 Tonnen) in einem nahen Steinbruch gefunden. Um den Stubensandstein auf seine Eignung für das Projekt zu prüfen, hat der Künstler vor Ort direkt im Steinbruch eine kunstvolle Probearbeit in den Fels gemeißelt. So entstand innerhalb weniger Stunden die sogenannte „Kurzacher Madonna". Durch das kleine Kunstwerk hat der Steinbruch eine mythische Ausstrahlung bekommen. Der Ort wird gerne auch zur stillen Meditation genutzt. Den Steinbruch finden Sie oberhalb von Kurzach, unweit der Kreuzung nach Prevorst und Altersberg. Er liegt rechts neben der Straße unmittelbar nach dem Kurzacher Sattel und vor der scharfen Linkskurve.

Quelle: Fremdenverkehrsverein Spiegelberg

Ein Sommertag im Wald - auf den Spuren der Schusters


Zu Beginn der Wanderung traf ich diese geheimnisvolle Dame. Wer diese Dame wann in den Fels geschlagen hat, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Und wie lange sie dort schon aushält, links von der Straße kurz vor dem Kurzacher Sattel, von der Bernhaldenmühle kommend, ist auch nicht bekannt.


Dieses Schild, der einzigste Hinweis auf den Hetzelhof, entdeckte ich erst am Ende meiner ersten Erkundungstour. Vielleicht finde ich heute doch noch andere Beweise für die Existenz des Schusterschen Gutshofes.


Den Saatschulweg entlang geht es in den Wald mit hohen Buchen, mit Beeren, Farnen und blühenden Waldpflanzen.


An der Saatschule traf ich vier Waldarbeiter. Wenn sich diese Herren hier nicht auskennen, wer dann? - Ich soll zurückgehen und rechts auf dem Waldweg etwa 500 Meter weitergehen, vor gut 10 Jahren hätte man dort noch Grundmauern gesehen, die inzwischen zusammengefallen und zugewachsen sind. 


Hier entlang ging es also zum Hetzelhof, hier entlang gingen also Generationen von Schusters nach Hause. Benützt wird dieser Weg wohl sehr selten, das Gras wurde immer höher und dichter, das Gelände plötzlich steil abfallend, mit Blick in die Wolfsklinge.



Zwischen Totholz, Baumstümpfen, Farn und Moos liegen große alte Sandsteine, einzelne kleine Steine sieht man zwischen dem Laub. Ob das die Reste des Hetzelhofes sind? Ich gehe einfach davon aus, dass es SO ist, es gibt ja keine Fakten die dagegen sprechen!


Der Weg zurück über die Wolfsklinge hinauf zum Fuchsbühlsträßchen war schweißtreibend, der Hetzelwald wird auch von der Zivilisation nicht verschont und der Becher am Waldesrand ließ noch mehr Durst aufkommen.


Auf der Heimfahrt noch schnell ein Umweg über den zu Kleinaspach gehörenden Weiler Einöd. Margaretha Schuster (*1798 Hetzelhof) - Enkelin von Johann Friedrich Schuster - heiratete Johannes Schöffler (*1797) aus Einöd. Die Enkelin dieses Ehepaares, Maria Magdalene Schöffler (*1864 Einöd) heiratete Ludwig Friedrich Bauer (*1849) aus Steinheim. Maria und  Ludwig sind meine Ur-Urgroßeltern.

Mein Vater würde jetzt sagen: "Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber d'Leut!"


Dienstag, 9. Juli 2013

Landesarchiv Baden-Württemberg - Hetzelhof

Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart schlummert eine Akte der Herzoglichen Rentkammer Großbottwar aus dem Jahr 1757 mit dem Titel: Versteinung und Vermessung der Hezelhofgüter und Waldungen mit einem Grundriß über sämtliche Hezelberger Waldungen / 1757 -

Inhalt der Akte A 249: 
**1757 Juni 1 / "Carl Conrad Staudenmayer von Rieckberg, verpflichter Forstamt Reichenberger Feldmesser" / o. M. / Kartengröße 65,3 x 83,5 cm, Blattgröße 67,5 x 85,7 cm / o.Or.

Begrenzung: Wolffs Klingen - Altwürttenbergische Waldung - Kurtzacker Com. Wald - Hehrles Gehrn Klingen - Nassacher Vieh Mays - Fr. Schusters Wißen - deß Hetzel Bauren Friderich Schusters Räcker - des Bauren Wißen - Schusters Dubaccs Acker - Bronnen Klengens oder deß Bauer Wißen

Pap., 2 zusammengeklebte Blätter / kol. Federzeichnung / Situationsplan des Hetzelhofes und seiner Waldungen. Forstparzellen mit Grundstücksgrenzen (z.T. in Schlangenlinie) und nummerierten Grenzsteinen, Nennung der Besitzer, der Flurnamen und Flächeninhalte / In der Mitte der Hetzelhof mit 2 perspektivisch gezeichneten Häusern, davor Garten, darüber und knapp außerhalb des Forsts ein stilisierter Brunnen / oben links Titel mit Flächenberechnungen, eingerahmt von bunter Arabeske. Unten rechts Tafel mit Name des Geometers und Datum, darüber bekrönte, farbige Arabeske, Umrandung der Karte in den Landesfarben (gelb/schwarz) / Dorsal: "Lit. E" / Karte angefertigt anlässlich der Versteinung der an Friedrich Schuster verkauften Güter, beiliegend Vermessungsprotokoll und Auszüge aus den Lagerbüchern.**


Ein Besuch im Staatsarchiv ist also unumgänglich, um zu erfahren wie und wo genau die Urahnen lebten.


Sommer im Hetzelwald


Sonntag, 7. Juli 2013

Warthof - Kleinwartshoff dem von Pölnitz


Forstlagerbuch Andreas Kieser - 1686 (Landesarchiv)

Johann Friedrich Müller, letzter Eigentümer des Hetzelhofes aus der Familie Schuster, ist 1804 auf dem Warthof geboren. Im alten Gutshof Wart hat das staatliche Forstamt Backnang eine Forstdienststelle eingerichtet. 

Die Burg Wart wurde um das Jahr 1200 als Vor- oder Wartburg in Verbindung mit den größeren Anlagen wie Löwenstein, Reichenberg oder Lichtenberg von den Badischen Markgrafen gegründet. Durch Heirat einer Badischen Prinzessin kam die kleine "Dienstmannenburg" Wart mit der kleinen, dem heiligen Laurentius geweihten Kapelle 1297 an die Grafen von Württemberg
Die Burg wurde zu Lehen gegeben, um 1435 an Konrad von Stammheim verpfändet. In dieser Zeit wurde ein Bergwerk betrieben, geschürft wurde nach Augstein (schwarzer Bernstein), Silber und Gold.

Um 1509 wurde die Burg von Ritter Eitelhans Nothaft gekauft und 1524 an Trautwein Vaihinger von Schöntal weiter veräußert. 1525 haben aufständische Bauern, denen er zuvor in Weinsberg knapp entkommen war, die Burg geplündert und in Brand gesteckt. Danach wurde die Burg nicht mehr aufgebaut. 1559 kam die Ruine und die dazugehörigen Felder und Wälder durch Schenkung an Dietrich von Plieningen, der die Burg Schaubeck bewohnte. Bei dieser Burg blieb der Besitz Warthof bis 1862/63, nachdem die damals neuen Herren etwa 1650 dem Warthof sein heutiges Aussehen gegeben haben. 
1862 kaufte der Württembergische Staat das Gut Wart auf, um aus dem damaligen Bauernhaus eine Forstdienststelle zu machen.  - (Holzinfotafel Warthof)


GUcK - Tafel 24 Warthof
Geschichts-, Umwelt- und Kulturlehrpfad Aspach




Forstkarte Nr. 123 Klein-Assbach (Klein-Aspach)


Originalbeschreibung: „Ansicht einer Ruine auf dem Warthoff. 
Mit Altersberger Höff, Aynöth, Aynöther Mühl, Hetzelhof,
Hinder Ferenbergerhoff, Weiler Steinhausen.”

Sicht von Nord nach Süd, die Kieserschen Landkarten und Ansichten 
wurden mit Blickrichtung Süden gezeichnet,

Samstag, 6. Juli 2013

Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866 - HÖPFIGHEIM

In der Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866 wurde über die Höpfigheimer Bürger berichtet:

Die Einwohner sind im allgemeinen gesunde, kräftige Leute, die nicht selten ein hohes Alter erreichen; ihre Erwerbsmittel sind Feldbau, Weinbau und Viehzucht. Von den Gewerben, welche sich meist nur auf die gewöhnlichen beschränken, wird die Weberei schwunghaft betrieben; überdies bestehen zwei Zündhölzchenfabriken und eine Wattfabrik (?), in denen viele Kinder Beschäftigung und Verdienst finden. Als Nebengewerbe werden gute Strohgeflechte (Strohböden, Bienenkörbe, Brodkörbe) verfertigt. 
Die Vermögensumstände sind mittelmäßig und der vermöglichste Bürger besitzt nur 24 Morgen, der vorherrschende Mittelstand hat etwa durchschnittlich 7 Morgen und die ärmste Klasse 1/2 bis 3/4 Morgen Grundbesitz. Dessen ungeachtet bringen sich die Einwohner vermöge ihres Fleißes und ihrer Genügsamkeit so gut fort, daß sie nur in wenigen Fällen die öffentliche oder Privatfürsorge in Anspruch nehmen. Die Tracht ist vorherrschend noch die ländliche. 

Freitag, 5. Juli 2013

Forstkarte Nr. 128 Höpfigheim - mit einem Hochgericht


Originalbeschreibung: „Mit sehr schönem Prospekt von Schaubeck 
(b. Klein-Bottwar). Mit einem Bodwar Hochgericht sowie einem
Schützenhaus.  Ein Teil Freye Bürscht. Ortsvignette Klein-Bottwar fehlt.”